The Gaslight Anthem – Handwritten (2012, Mercury)

the-gaslight-anthem-handwrittenDie Musik von THE GASLIGHT ANTHEM ist handgemacht. Und handgeschrieben. Auf eine Art ist der Titel ihres vierten Albums „Handwritten“ also Programm. Dass die Band aus New Jersey den Independent überbrücken würde, schien vom Fleck weg klar. Zu groß war das Potenzial bereits auf dem Debütlangspieler „Sink or Swim“, als zu klein erwiesen sich rasch die Bühnen der Clubs, um ihrer rasant zunehmenden Bekanntheit langfristig gerecht werden zu können. Natürlich schmeckt das nicht jedem. Aber wer will es schon allen recht machen?

Das erste Major-Album des rund um den Globus gefeierten Vierers dürfte aber selbst beinharten Anhängern der ersten Stunde ein breites Lächeln aufs Gesicht zaubern. Den Grundstein legten THE GASLIGHT ANTHEM bereits mit der ersten Single „45“, die mit angezogenem Tempo, starkem Refrain und wohlig dezentem Rückgriff auf die punkigen Wurzeln keine Wünsche offen lässt. Die Gitarrenarbeit ist einmal mehr das Herzstück der erhabenen Instrumentierung, die stets den richtigen Ton zwischen kernigem Rock und nachdenklichem Folk trifft. Sänger Brian Fallon verlässt sich dabei angenehm häufig auf spielerische Oohs und lässt das raue Organ beim Stadion-Rock-Atmosphäre versprühenden „Too Much Blood“ kurzfristig gar zum kraftstrotzenden Reibeisen mutieren.

Überhaupt ist „Handwritten“, in Nashville produziert von Brendan O’Brien (U.a. PEARL JAM, AC/DC), eine verdammt eingängige Scheibe geworden. Ob nun der Titeltrack, „Keepsake“, das so kurze wie knackige „Howl“ oder „Biloxi Parish“, der mal balladeske, meist aber kraftvolle Ohrenschmaus mit packend melancholischer Note hält das Niveau der persönlichen Texte und überhaupt des fantastischen Songwritings über die volle Distanz aufrecht. Aber Hand aufs Herz und Major hin oder her, alles andere wäre auch eine faustdicke Überraschung gewesen!

Wertung: (8,5 / 10)

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