The Dillinger Escape Plan – One Of Us Is the Killer (2013, Sumerian Records)

dillingerescapeplanonekillerDie Könige des Mathcore sind zurück. Die Rede ist (natürlich) von THE DILLINGER ESCAPE PLAN, die das kreative klangliche Chaos aus dem Effeff beherrschen. Das zeigen die US-Ostküstler auch auf ihrer mittlerweile fünften Platte „One Of Us Is the Killer“. Messen lassen kann sich die Ausnahmeklasse der rabiaten Riff-Ruckler bereits daran, dass sie die elf Stücke ihres jüngsten Prachtwerks meist in überschaubarer Länge abhandeln. Vertracktheit braucht Zeit zur vollen Entfaltung? Von wegen! Schön ist das nicht immer. Dafür aber stets beeindruckend.

Beim Opener „Prancer“ verläuft alles noch in gewohnt ohrenbetäubender Manier. Wobei bereits hier die geradlinig melodischen Sprengsel auffallen, die den fast klaren Refrain begleiten. Zart rockiges Kontrastprogramm ist man im Hause DILLINGER ESCAPE PLAN durchaus gewohnt. Spätestens beim (verhältnismäßig) elegischen Titeltrack allerdings ist Umdenken angesagt. Denn die Band erweitert ihren ohnehin nicht gerade eingeschränkten Horizont durch ein stattliches Mehr in sämtliche Richtungen.

Es wird aggressiver gepoltert, inbrünstiger gekeift und eben auch eingängiger Dazwischengefunkt. So groovt, reißt und zerrt diese heftig durchexerzierte Krachperle mit sorgsam ausgeschöpftem Überraschungspotenzial. Verbiegen muss sich die Band dafür nicht. Zu versiert, zu hochkarätig ist Verbindung ineinander greifender Dissonanzen und Augenblicke absoluter Klarheit. Rüde ist „One of Us Is the Killer“ unbedingt, anbei aber nie undurchdacht. Unterm Strich also großes Kino – nur eben kein leicht durchdringbares.

Wertung: (7,5 / 10)

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