The Cave (USA 2005)

the-caveDer Horrorfilm erfreut sich konstanter Beliebtheit. Es ist der Reiz des Unbekannten, des Übersinnlichen, die Furcht vor dem, was in der Dunkelheit lauert. Und lauern könnte. Die Filmbarkeit von Angstzuständen scheint keiner Restriktion unterworfen. Umso erstaunlicher mutet da an, dass sich das Genre selbst einem beschränkten Spielraum wiederkehrender Ideen unterwirft. Mangelnde Originalität ist weniger das Futter fürs Publikum, es ist das der Kritiker. Oft gibt es ihnen recht. Auch „The Cave“ wird sie in ihrer Meinung bestärken.

Die wenig überzeugende Mixtur aus „Pitch Black“ und „Aliens“ ist frei von Überraschungen. Das gebotene ist bekannt, Konturen erhalten nur die unterirdischen Felsformationen, in deren labyrinthartigen Verzweigungen die Protagonisten um ihr Leben ringen. Andauernde Dunkelheit und sich daraus abzeichnende Kreaturen sind kein Garant für Atmosphäre. Die Unterhaltung verbleibt in einem Dämmerzustand, der auf der verhaltenen Neugier fußt, sich in seiner Kalkulation dahingeraffter Figuren bestätigt zu wissen.

Die Geschichte ist nur das Drumherum der Effekte: Ein amerikanisches Forschungsteam, spezialisiert auf die Erkundung unbekannter Höhlensysteme, wird mit der Erschließung eines eben solchen in den rumänischen Bergen betraut. Die Faszination der unerschlossenen Tiefe lässt unheimliche Vorzeichen übersehen. In der Finsternis existiert Leben, abgeschottet von der Außenwelt hat es sich zu einem biologischen Mikrosystem entwickelt, welches mit Ankunft der Entdecker auf Expansion an die Oberfläche spekuliert. Der Rückweg ist bald versperrt, die Suche nach einem Ausweg gerät für die Eingeschlossenen zum Horrortrip.

Die Schauplätze bemühen sich um Abwechslungsreichtum. Es geht durch unterirdische Gewässer, zerklüftete Steilhänge hinauf, vorbei an eisbedeckten Schluchten. Die Bilder von Ross Emery, der bei „Dark City“ und „Matrix“ Erfahrungen im Spiel mit Licht und Schatten sammelte, sind die Höhepunkte des Films. Es bleiben marginale Fixpunkte eines durch und durch belanglosen Aufwärmprodukts. Regieneuling Bruce Hunt verlässt sich zu sehr auf den konzeptionellen Selbstlauf. Dunkelheit + Monster = Spannung. Die Rechnung geht nicht auf.

Cole Hauser („Paparazzi“), Morris Chestnut („Im Feuer“) und Piper Perabo („Coyote Ugly“) sind bekannte Gesichter vor altbekannten Charakterschnittmustern. Noch schlechter steht es um die Monster. Knöcherne Kreaturen, je nach Situation mit Flügeln ausgestattet, die ihrer Rolle des Angstmachers nicht nachkommen. Wie könnten sie auch in einem Film, der seiner Hilflosigkeit am Ende mit einer Explosion Ausdruck verleihen muss? Das Aha-Erlebnis bleibt aus. In Erwartung der Schlusspointe ebbt die Geschichte ab. Noch einmal herzhaft gähnen und der Abspann ist da. Armer Horrorfilm.

Wertung: (4 / 10)

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