Pitch Black – Planet der Finsternis (USA/AUS 2000)

pitchblack„All you people are so scared of me. Most days I’d take that as a compliment. But it ain’t me you gotta worry about now.“ – Riddick

Im Weltall hört dich bekanntlich keiner schreien. Aber wie sieht es auf der Oberfläche eines Wüstenplaneten am Arsch des Universums aus? Dort nämlich geht Mitte des dritten Jahrtausends ein Raumfrachter nieder und wird von Co-Pilotin Carolyn Fry (Radha Mitchell, „Silent Hill“) mühsam bruchgelandet. Der unwirtliche, in überbelichtete Blau- und Ockertöne getauchte Stern scheint regelrecht tot. Doch die größte Gefahr geht (anfangs) nicht von Hitze und Ressourcenknappheit aus, sondern dem berüchtigten Schwerverbrecher Richard B. Riddick (Vin Diesel, „xXx – Triple X“).

Der wurde vom schnöseligen Kopfgeldjäger William Johns (Cole Hauser, „Paparazzi“) dingfest gemacht und auf dem abgestürzten Frachter Richtung Knast transportiert. Ein den Schiffsraum durchschlagender Meteoritenschauer setzte den Plänen ein jähes Ende. Als Riddick nach dem Absturz türmt und wenig später einer der Überlebenden – unter ihnen Keith David („Platoon“) als Imam auf Pilgertrip – getötet wird, scheint der Schuldige unverzüglich ausgemacht. Doch da ist noch etwas anderes, eine reptilienartige fliegende Spezies, die in lichtlosen Höhlen haust und Appetit auf Menschenfleisch offenbart.

In Erinnerung blieb „Pitch Black“ primär als der Film, der Vin Diesels Durchbruch bedeutete. Mit Killer-Instinkt, markiger Attitüde und Nachtsicht-Kontaktlinsen spielt er den zynischen Anti-Helden mit süffisant überzogener „Bad-Ass“-Note. Regisseur und Co-Autor David Twohy („The Arrival“) genügt das als Motor einer altbackenen Story zwischen Survival- und Sci-Fi-Monster-Horror. Die (Neben-)Figuren bleiben flach, der Ablauf vorhersehbar. Trotzdem hält der Film bei Laune, was neben der Präsenz Diesels sowie der menschlichen Erdung durch die gewohnt überzeugende Radha Mitchell auch an der bemüht stimmungsvollen Aufmachung durch den B-Flair-bewussten Twohy liegt.

Dem unwirtlichen Planeten ringt er mit wenig einladendem Höhlensystem und hoffnungsminderndem Großtierfriedhof atmosphärische Bilder ab. Nachdem die drei Sonnen aber untergegangen sind und alles einhüllende Dunkelheit über die Szenerie gelegt ist, beginnt der standardisierte Kampf um Überleben und obligatorische Fluchtmöglichkeit. Denn ach wie praktisch, ein Rettung verheißendes Raumschiff steht in der Nähe parat. Wer auf dem beschwerlichen Weg dorthin draufgeht, ist erst im Finale überraschend, trotz vereinzelt blutiger Anflüge (auch der angestaubt computeranimierten geflügelten Kreaturen) aber insgesamt kaum mehr als moderat Spannungserzeugend. Das muss insgesamt einfach reichen – und das nicht allein als Auftakt der 2013 abgeschlossenen Kino-Trilogie.

Wertung: 6 out of 10 stars (6 / 10)

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