Killer Beach (USA 2015)

killer-beachUnter dem Sand lauert der Tod. In „Killer Beach“ (Originaltitel: „The Sand“) ist es eine unbekannte Kreatur, die ahnungslosen jungen Menschen am Strand nach Leib und Leben trachtet. Die wachen nach einer wüsten Partynacht am abgelegenen Küstenstreifen auf und müssen schmerzhaft erkennen, dass ihr Agitationsspielraum verschwindend gering geworden ist. Denn die Berührung des Sandes lässt feine weiße Härchen (oder Miniatur-Tentakel) an die Oberfläche schnellen, die ihre Opfer gnadenlos in den körnigen Grund zerren – und obendrein grausam zersetzen. Was zwar keineswegs neu, als Mixtur aus Creature Feature und Survival-Thriller aber durchaus reizvoll erscheint, entpuppt sich jedoch als Horror-Einheitsbrei mit eklatanten Drehbuchschwächen.

Die beziehen sich vorrangig auf die Verhaltensweisen der Figuren, die jeder „Wie würdest du dich in einer solch (theoretischen) Extremsituation verhalten“-Diskussion als Negativbeispiel dienen können. Aber zunächst zur Handlung: Nachdem die wilde Sause samt mysteriösem Eierfund über Handy-Videos ausreichend dokumentiert wurde, blickt Regisseur Isaac Gabaeff („The Art of Storytelling“) auf den Morgen danach. Kaylee (Brooke Butler, „All Cheerleaders Die“) und Party-Initiator Mitch (Mitchel Musso, „Hannah Montana“) erwachen auf einem Strandturm, ihr Freund Jonah (Dean Geyer, „Terra Nova“) mit Chanda (Meagan Holder, „Born Again Virgin“) und zwei weiteren Feierbiestern in einem Auto (mit leerer Batterie) darunter. Schwergewicht Gilbert (Cleo Berry) wurde nicht nur ein Penis auf die Backe gemalt, er steckt auch in einer aufrecht stehenden Mülltonne fest. Zusätzliche Zuflucht bietet daneben lediglich eine Sitzgarnitur.

Kaylee ahnt als erste, dass am überraschend menschenleeren Strand etwas nicht stimmt. Bevor sie sich mit Jonah in Streitigkeiten darüber ergehen kann, ob und wer hier wen betrogen hat, lösen sich die ersten zwei (noch unwissentlich) Gestrandeten in Wohlgefallen auf. Dass dabei ein Auge aus einem halb zersetzten Gesicht baumelt, dürfte Gore-Hounds mit Zuversicht erfüllen. Nur stammen die Tricks so offenkundig aus dem Rechner, dass sich deren Wirkung in überschaubaren Bahnen bewegt. Hilferufe via Mobiltelefon sind keine Option, da Mitch diese zugunsten ungestörter Ausschweifung eingesammelt und im Kofferraum des Wagens deponiert hat. Als Jonah mit zwei Surfbrettern versucht, über den Sand zu gelangen, kommt ihm allerdings nicht in den Sinn, zuerst die Handys zu bergen.

Stattdessen erschließt er die Tisch-Bank-Kombination und muss dort fortan – nach einer unsanften Berührung vom Monster vergiftet – ausharren. Derartige logische Ausfälle leistet sich das Skript wiederholt. Zu ihnen zählt auch der Kurzauftritt von Jamie Kennedy („Scream“) als überforderter Strand-Sheriff, der sein Ableben geradewegs erbettelt. Zugute halten muss man dem niedrig budgetierten Streifen, dass die Optik überwiegend stimmig erscheint, die Hauptdarstellerinnen solide agieren und die Atmosphäre zumindest ansatzweise für Spannung sorgt. Im Gesamtbild rangiert „Killer Beach“ jedoch unter Durchschnitt, weil die Variation von Motiven aus „Blood Beach“ und der „Creepshow 2“-Episode „Das Floss“ – auch vor dem Hintergrund des schwachen Finales einschließlich fluoreszierender Riesententakel – unter dem Strich einfach zu wenig hermacht. Da gibt es deutlich gelungenere Alternativen.

Wertung: (4 / 10)

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