Unearthed (USA 2007)

unearthedEin Wüstenstädtchen am Arsch der Welt, eine Gruppe dort zufällig zusammengeführter Protagonisten und ein tödliches Monstrum. Wer das schon jetzt als drei Nummern zu bekannt abstempelt, der ist mit weniger formelhaftem Genre-Schmarrn eindeutig besser bedient. Aber „Dead & Breakfast“-Regisseur Matthew Leutwyler schert sich in „Unearthed“ nicht um Originalität, er will einfach ein ´Creature Feature´ nach hergebrachter Bauweise auftischen. Das gelingt, wenn hergebracht auch längst nicht mit überzeugend gleichzusetzen ist.

Zur Seite steht ihm eine immerhin achtbare B-Besetzung, die neben Emmanuelle Vaugier („Saw 2“) und Luke Goss („Blade 2“) auch Russell Means („Der letzte Mohikaner“) sowie „Lost“-Nebenakteur M.C. Gainey vorweist. Das Budget blieb knapp bemessen, was sich bereits am durch die unbekannte Kreatur verschuldeten Unfall eines Treibstofflasters auf nächtlicher Straße zeigt, dessen Ablauf inklusive Explosion einfach im Off abgehandelt wird. Der Tankstelle des alten Indianers (Means) fehlt damit der Sprit, um die sich sammelnden Durchreisenden auf ihren weiteren Wegen zu zerstreuen.

Als die Nacht hereinbricht, bekommt Sheriff Annie (Vaugier), die wegen einer verpatzten Geiselnahme auch noch ein Trauma mit sich herumschleppt, mehr zu tun als ihr lieb sein kann. Denn das fremdartige und bei „Alien“ abgekupferte Wesen zerreißt, wen immer es vor seine Klauen verschlägt. Bei der Flucht in die Berge stoßen die bis dahin Unversehrten auf den Archäologen Kale (Goss), der mehr über die Kreatur zu wissen scheint, als er anfänglich vorgibt. Überraschend indes kommt das nicht, schließlich lässt er bereits im Vorfeld seine Mitwisserschaft an den Vorgängen durchscheinen.

Ein Fehler ist das frühzeitige Sichtbarmachen der Bestie, die dem ohnehin recht behäbigen Handlungsverlauf den atmosphärischen Stecker zieht. Das Ding aus einer anderen Welt, hier einer indianischen Mythologie, macht einfach nicht genug her, um es gleich nach dem Vorspann in voller Pracht zu offenbaren. Die Attacken spielen sich fast ausschließlich im Dunklen ab, wobei die hektische Kameraführung zur mangelnden Klasse der Inszenierung beiträgt. Sinn geht dem dürftigen Plot komplett ab, was genregemäß verzeihlich ist, beim mangelnden Unterhaltungsfaktor aber in bodenlose Banalität driftet. Unterm Strich also nur Monster-Murks von der Stange – leider.

Wertung: (3,5 / 10)

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