The Canyon (USA 2009)

the-canyonDer Survival-Thriller folgt einem stets wiederkehrenden Muster, bei dem eine überschaubare Gruppe Protagonisten zwischen Naturgewalten ums Überleben ringt. Moderne Blaupause ist „Open Water“, der als wesentliches Element auch gleich die zusätzliche Gefahr durch Wildtiere etablierte. Dies momentweise Streifen des Tier-Horrors dient der Spannungssteigerung (siehe auch „Frozen“ oder „The Reef“), entblößt aber auch eine gewisse Formelhaftigkeit. Davon befreien kann sich auch „The Canyon“ nicht, der ein frisch vermähltes Paar in den Weiten des Grand Canyon an seine Grenzen treibt.

Lori („Chuck“-Star Yvonne Strahovski) und Nick Conway (Eion Bailey, „Once Upon a Time“) brechen von Las Vegas zu einem Wochenendtrip auf, bei dem sie vom Maultierrücken aus das beeindruckende Panorama des weltberühmten Nationalparks erleben wollen. Da den beiden aber der erforderliche Erlaubnisschein fehlt, lassen sie sich auf den kauzigen Naturburschen Henry (Will Patton, „Falling Skies“) ein, der sich ihnen in einer Bar als Privatführer anbietet. Lori ist skeptisch, lässt sich aber schließlich zum Aufbrauch überreden. Nicht nur dass, ist Nick auch gleich Feuer und Flamme, als Henry vorschlägt, eine abseits der üblichen touristischen Pfade befindliche Schlucht zu besuchen.

Wohin das führt, ist auch bei Richard Harrahs (als Production Executive u.a. an „Anaconda 1+2“ beteiligt) bedächtig eingeleitetem und beständig zugespitztem Urlauber-Alptraum ersichtlich. Bedingt durch zwei Klapperschlangen, gehen die Maultiere durch und Henry wird gleich mehrfach gebissen. Während sich sein Zustand stetig verschlechtert, grübeln Lori und Nick fernab der Zivilisation, wie sie der Ausweglosigkeit ohne Reittiere, Ausrüstung oder Mobilfunksignal entrinnen können. Nächtliches Wolfsgeheul lässt nichts gutes erahnen und als sich Nick bei einem Felssturz schwer verletzt, ist es allein an Lori, die Zuversicht aufrecht und ein hungriges Wolfsrudel auf Abstand zu halten.

Das anfängliche Desinteresse am Schicksal der Figuren, vor allem bedingt durch dürftige Dialoge, weicht mit Stranden in der Wildnis steigender Anteilnahme. Neben guten Darstellerleistungen ist dies der zunehmenden Ausweglosigkeit zu verdanken, die Harrah abseits der imposanten Naturkulisse über die Eheleute hereinbrechen lässt. Die zurückhaltende Inszenierung lädt zum Mitleiden ein und auch wenn die Stadien der Dehydration nicht durchweg glaubwürdig wirken, verfehlt „The Canyon“ seine Wirkung nicht. Neben einer auch für den Zuschauer schmerzhaften Amputation hallt aber insbesondere das ungemein fiese Finale im Geiste von „Der Nebel“ nach. Kein Must-See, aber allemal packendes Ausflugsgrauen.

Wertung: (6 / 10)

scroll to top