Templeton Pek – Watching the World Come Undone (2018, Drakar Entertainment/Soulfood)

Der Punk hat erfolgreich den Sprung vom schummrigen Club in die Weite des Stadions vollzogen. Dabei geholfen haben Bands wie RISE AGAINST, deren Sound über die Jahre eine zunehmende Wandlung vom Hardcore hin zum Rock erfahren hat. Der damit verbundene Erfolg schafft zwangsläufig Nacheiferer. Zu diesen dürfen TEMPLETON PEK gezählt werden, die selbst bereits auf rund 13 Jahre Bandgeschichte zurückblicken können und damit ausreichend Zeit hatten, ihren eigenen Sound zu entwerfen. Etwaige Vergleiche und „Die klingen doch wie“-Unkenrufe konnten die Briten in der Vergangenheit jedoch kaum entkräften. Ihr fünfter Langspieler „Watching the World Come Undone“ ändert daran nichts.

Im Gegenteil: Die Nähe zum Spätwerk von erwähnten RISE AGAINST oder auch IGNITE erscheint allgegenwärtig. Zudem drängen sich Parallelen zu NATIONS AFIRE auf – insbesondere, weil dort ehemalige Mitglieder der beiden vorgenannten Klassiker aktiv sind. Sicher ist das ein Malus. Nur wiegt er nie so schwer, als dass TEMPLETON PEK nicht überzeugen würden. Ihr melodischer, mit voluminösem Sound veredelter Punk lässt durchweg vergessen, dass die Mannen aus Birmingham „nur“ zu dritt unterwegs sind. Die mit zehn Songs angenehm überschaubar bestückte Scheibe wandelt gekonnt zwischen lauteren und leiseren Passagen, bleibt über die volle Distanz aber hymnisch genug, um den Körper konstant in Bewegung zu halten. Ausfälle gibt es auf „Watching the World Come Undone“ keine zu verzeichnen – allerdings auch wenig, das im Sog der Souveränität zu Begeisterungsstürmen verleiten würde.

Wertung: (7 / 10)

scroll to top