Talco – La Cretina Commedia (2010, Destiny Records)

talcolacretinaTALCO gehören zu der Gattung Bands, die man – sofern man sie unbekannterweise erstmals auf einem Festival o.ä. sieht – sofort in sein Herz schließt. Denn es gibt einfach keinen Stillstand, man kann sich dieser Energie und Spielfreude einfach nicht entziehen. SKA-P sind ebenfalls eine solche Band, PANTEON ROCOCO sowieso. Von diesen beiden Bands sind TALCO nicht weit entfernt. Musikalisch als auch qualitativ. Das beweist das Sextett nun ein weiteres Mal mit seinem vierten Studioalbum „La Cretina Commedia“, einem Album über den italienischen Politiker und Mafia-Gegner Giuseppe Impastato, der 1978 ermordet wurde.

Wie üblich werden die Songs der italienischen Polit-Aktivisten in ihrer Heimatsprache vorgetragen. Zum besseren Verständnis gibt es die englischen Übersetzungen im Booklet, inklusive diverser Hintergrundinformationen rund um das Leben von Giuseppe Impastato. Grundsätzlich kann man denjenigen, die schon den Vorgänger „Mazel Tov“ kennen- und liebengelernt haben, auch „La Cretina Commedia“ uneingeschränkt ans Herz legen. Abermals bestechen die Songs durch eine unglaubliche Dynamik und Spielfreude, bei der das Tempo jederzeit hoch ist, was aber das Tanzvergnügen nie schmälert. Die Bläserfraktion agiert wie gewohnt als zentraler Bestandteil und verleiht gerade den wenigen ruhigen Songs das gewisse Etwas. In diesem Zusammenhang sticht vor allem das wunderschöne wie traurige „Ultima età“ hervor, bei dem eine gewisse Frederica Gozzo als Gastsängerin die weiblichen Gesangsparts übernimmt. Von den schnelleren Songs könnte sich dagegen „Al Carneval“ zum kommenden Live-Hit entwickeln.

Keine Frage, mit „La Cretina Commedia“ zünden TALCO – trotz des ernsten Inhalts – abermals ein begeisterndes Gute-Laune-Paket zwischen Punk, Ska und Folklore. Schade nur, dass der Sommer sich langsam dem Ende neigt.

Wertung: (8 / 10)

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