Sudden Death (USA 1995)

sudden-death„Mein Daddy ist der Feuerwehrmann.“

Das bewährte Konzept von „Die Hard“ wurde bis Mitte der neunziger Jahre fast vollends ausgeschöpft. Ob nun „Alarmstufe: Rot“ oder „Cracker Jack“, das Schema des einsamen Helden in beschränktem Agitationsraum erfreute sich großer Beliebtheit. Das erkannte auch Produzent Moshe Diamant („Harte Ziele“, „The Quest“) und rang dem Erbe von Bruce Willis mit Jean-Claude Van Damme in der Hauptrolle eine weitere Facette ab – das Sportstadion. Regie führte der erfahrene Genre-Veteran Peter Hyams („Das Relikt“), der mit Van Damme zuvor bereits „Timecop“ gedreht hatte.

Feuerwehrmann Darren McCord (Van Damme) besucht mit seinen Kindern das Finale des Stanley-Cups. Nicht ahnend, dass Terrorist Joshua Foss (Powers Boothe, „Sin City“) den amerikanischen Vizepräsidenten (Raymond J. Barry, „Training Day“) in der voll besetzten Eishockey-Arena als Geisel genommen hat. Mit der Drohung, das Stadion nach Spielende in die Luft zu sprengen, versucht Foss 1,7 Milliarden Dollar von der US-Regierung zu erpressen. Als die Geiselgangster die kleine Emily in ihre Gewalt bringen, ist das Maß voll. Denn das Mädchen ist McCords Tochter – und er gewillt, den Terroristen im Alleingang den Garaus zu machen.

„Sudden Death“ ist ein rasant in Szene gesetzter Action-Thriller. Abseits des launigen Budenzaubers klafft allerdings ein inhaltsleeres Vakuum, das selbst den gröbsten Klischees noch einen drauf zu setzen vermag. Spätestens wenn sich Van Damme in voller Montur ins Tor seiner Mannschaft begibt, um durch die Verlängerung des Spiels Zeit zu gewinnen, driftet der Film nicht nur ins selten dämliche, sondern auch ins haarsträubend peinliche ab. Dabei verlässt sich Regisseur Hyams bei der standesgemäßen Präsentation seines Helden nicht nur auf dessen körperliche Vorzüge.

Neben vereinzelten Karateeinlagen darf Van Damme in „Sudden Death“ auch zu den Waffen greifen. Ob nun Pistole, Hühnerknochen oder im Stile McGyvers für den Hemdsärmel geschusterte Behelfsartillerie, hier ist für jeden was dabei. Gespickt mit adäquaten Härten und berstenden Blutbeuteln gibt es für den anspruchlosen Action-Freund kaum etwas zu bemängeln. Peter Hyams Handschrift – gefestigt durch des Regisseurs gewohnten Griff zur Kamera – bürgt auch hier für straff inszenierte Kurzweil und anspruchslose Krawallkost.

Allerdings ist der Film nicht nur völlig unglaubwürdig, sondern strapaziert auch die polarisierten Stereotypen. Van Damme bekommt zwar auch mal die Hucke voll, weiß intuitiv aber immer wo das kriminelle Dreckspack die Bomben versteckt hat. Powers Boothe gefällt sich sichtlich in der Position des abgefuckten Schurken und trotzt dem vorhersehbaren Ableben mit angebrachter Kompromisslosigkeit. Action-Herz was willst du mehr? Eine Prise Sinn wäre für den Anfang nicht schlecht.

Wertung: (5 / 10)

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