Timecop (USA 1994)

timecopMit „Timecop“ wagte sich Jean-Claude Van Damme nach „Cyborg“ und „Universal Soldier“ erneut in den Bereich der Science-Fiction vor. Nach einer Comic-Reihe von Mike Richardson und Mark Verheiden mimt Van Damme darin den Cop Max Walker. Dieser soll den Missbrauch einer ausgeklügelten Technologie verhindern, die Zeitreisen ermöglicht. Zu diesem Zweck reist Walker durch die Jahrhunderte und überführt Kriminelle, die sich in der Vergangenheit bereichern oder gar die Zukunft ändern wollen.

Unter der routinierten Regie von Peter Hyams („End of Days“), der sich auch für die Kameraführung verantwortlich zeigt, wird Jean-Claude Van Damme in ein Geflecht aus Intrigen und Mord verstrickt. Denn der machtgierige Senator Aaron McComb (Ron Silver, „Blue Steel“) will sich mit unlauteren Methoden in der Vergangenheit das Amt des Präsidenten sichern. Neben Gefahren aus den eigenen Reihen hat Walker aber auch mit den eigenen Prinzipien zu ringen, wurde seine Frau Melissa (Mia Sara, „Ferris macht blau“) doch zehn Jahre zuvor getötet. Ein Umstand, der sich mit Hilfe der von ihm gesicherten Technologie ändern ließe.

Nach heutigen Gesichtspunkten ist „Timecop“ nicht mehr als ein wohl inszeniertes B-Movie ohne Anspruch auf eine Auswertung im Kino. Die Effekte sind akzeptabel, zählten allerdings schon im Herstellungsjahr des Films nicht zur Speerspitze der technischen Möglichkeiten. Die Geschichte ist nicht ohne Reiz, lässt dramatische Aspekte zugunsten eines gestrafften Handlungsablaufes jedoch außen vor. Darstellerisch gibt es nicht viel zu bemängeln, obgleich die schauspielerischen Darbietungen nicht über solide Vorstellungen hinaus ragen.

Bedauerlicherweise läuft das Konstrukt des interessanten Plots ins Leere. Bedient wird im Grunde nur das bekannte Schema einer politischen Verschwörung, der nur ein aufrechter Mann entgegen steht. Wo eigentlich die Elemente der Science-Fiction greifen müssten bedient „Timecop“ nur normierte Schemata. Statt einem Ritt durch die Epochen geht es in Rücksichtnahme auf das Budget von 2004 zurück ins Jahr 1994. Die Eingangssequenz im Wilden Westen spielt noch gekonnt mit den Möglichkeiten des Konzepts. Allerdings werden selbige nur allzu rasch wieder verworfen.

Die Action – offenkundiges Herzstück eines jeden Van Damme-Streifens – krankt streckenweise an zu schnellen Schnitten. Das lässt gerade körperbetonte Auseinandersetzungen hastig und kopflos wirken. Auf diesem Sektor ist man von Peter Hyams besseres gewohnt. Von seinem Hauptdarsteller nicht, weswegen sich Van Damme auf den obligatorischen Spagat und hochgereckte Füße beschränkt. Für einen Film ohne spannende Story dümpelt „Timecop“ gerade im Mittelteil zu gemächlich vor sich hin. Langeweile kommt dabei nicht auf, doch fesselt der Sci-Fi-Thriller trotz gutem Showdown nur marginal. Schade eigentlich.

Wertung: (5 / 10)

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