Starship Troopers 2: Held der Föderation (USA 2004)

starship-troopers-2Als Kontrovers-Filmer Paul Verhoeven 1997 seine „Starship Troopers” in den Krieg gegen außerirdisches Ungetier trieb und dabei opulente 100 Millionen Dollar verschleudern durfte, heulten Kritiker allerorts aufgrund seiner üblichen Gewaltexzesse auf. Dass so etwas einem Film mehr auf die Sprünge hilft denn schadet, ist kein Einzelfall und so rangiert die Schlachtplatte mit Anti-Mimen wie Denise Richards oder Casper Van Dien recht hoch in der Gunst anspruchsloser Freunde kühner Gemetzel. Zwar versuchte Verhoeven seinem Werk kritische Tendenzen aufzuerlegen, doch blieb es ohne Frage bei dem Versuch, denn alle noch so guten Ansätze wurden durch ein mehr als enttäuschendes Ende zunichte gemacht.

Nachdem im Anschluss bereits zwei Zeichentrickfilme zum Thema fertiggestellt wurden, findet nun auch der ausschließlich für den Video-Markt produzierte „Starship Troopers 2: Held der Föderation” seinen Weg in die Videoregale des Landes. In diesem sind die Menschen bereits auf dem Heimatplaneten der Bugs, Klingatu, gelandet und genau dort befindet sich eine Einheit unter Führung von General Shepherd (Ed Lauter) inmitten eines Kampfes mit den insektoiden Aliens. Der um sie herum tobende Sandsturm veranlasst die Truppe, in einem nahe gelegenen aber verlassenen Stützpunkt Unterschlupf zu finden, wo sie auf weitere Soldaten treffen. Den Kriegern steht jedoch nicht nur eine Übermacht von Bugs gegenüber, sondern auch aus den eigenen Reihen scheint sich eine unaufhaltbare Gefahr zu nähern.

Hier wird dem mutigen Betrachter wirklich einiges abverlangt, denn ohne Frage ist „Starship Troopers 2: Held der Föderation” wohl eine der mit Abstand miesesten und schlimmsten Fortsetzungen der Filmgeschichte. Es fängt im Grunde an wie im berühmten Original, ein kleiner Pseudo-Propaganda-Spot soll den inhaltlichen Bezug herstellen. Dieser lässt sich auch schnell nachvollziehen, denn was folgt sind etliche aus dem Original geklaute und eins zu eins übernommene Szenen, die sich vornehmlich auf das große Bombardement der Bugs beziehen, bevor Rico und seine Jungs auf Säuberungstour gehen. Aber was tut man nicht alles, um Geld zu sparen, denn von diesem war, wie man unschwer erkennen kann, nur ganz wenig vorhanden. Sechs Millionen Dollar um genau zu sein. Doch wo das Geld geblieben ist, darf man gerne Fragen. Drehort dürfte wohl eine nahe gelegene Baugrube samt abgerissenem Häuserverschlag gewesen sein, deren wahre Herkunft allerdings im pausenlosen Pseudo-Sandsturm gänzlich untergeht.

Dieser beeinträchtigt jedoch nicht nur die Lokalität, sondern auch die schier unglaublichen Effekte leiden arg darunter. Zu Beginn streut man weiterhin einige noch immer beeindruckende Tricks aus dem ersten Teil ein, während ansonsten auf äußerster Sparflamme gekocht bzw. gepixelt wird. Während des scheinbaren Kampfes der Soldaten sieht man am Anfang des Films sogar im Hintergrund Papp-Silhouetten der Bugs mit Menschen „kämpfen”. In punkto Dilletantismus schlägt der Film etliche schon peinliche Konkurrenten klar nach Punkten. Waren schon die Darsteller aus dem Original spritzig wie eine Tütensuppe, so setzen die hier Anwesenden aber noch mal eine gute Schippe drauf. Wobei Namen wie Richard Burgi oder Bill Brown ohne Frage für sich selbst sprechen. Diese dürfen sich durch absolut unsinnige und zum Haare raufende Dialoge quälen („Er kann hellsehen, sie sind zum Kämpfen hier!”) und lassen jegliche Spur von Leidenschaft als vor allem auch Talent vermissen. Richtig übel wird es aber, wenn Regie-Praktikant Phil Tippett (verdienter Effekt-Designer des Originals) aufs Action-Gaspedal drücken möchte. Die ein oder andere gute und aufwändige Szene ist schon zu sehen, dumm nur, dass diese ausschließlich aus dem Original stammen und einfach hier noch mal gezeigt werden.

Der Rest geht im dichten Sandsturm unter, was übrig bleibt sind Tricks und Kulissen, die billiger nicht sein könnten und die dem Zuschauer auch recht häufig vorenthalten werden. Denn wenn die Soldaten gegen den vermeintlichen Feind kämpfen, werden häufig auch einfach nur die Gesichter der um sich schießenden Figuren gezeigt. Hier und da spritzt zwar mal etwas unmotiviert ein Kübel Kunstblut über den Bildschirm, doch kann dies unter keinen, aber auch gar keinen Umständen darüber hinwegtäuschen, dass dieser Film eine schiere Frechheit ist. Hier wird krampfhaft versucht, mit einem bekannten Namen noch ein paar Füchse abzustauben, die fehlende Freigabe des Films dürfte da den ein oder anderen Liebhaber solcher Kennungen auch dazu bringen, sich diesen Mumpitz auszuleihen oder gar ungesehen zu kaufen. Es sei jedoch jedem versichert, dass es schlechter als hier definitiv kaum geht und man sich sowohl die etwa 80 Minuten als auch das Geld schenken kann!

Wertung: (2 / 10)

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