Die Ewoks – Kampf um Endor (USA 1985)

Nach dem Erfolg des ersten von der „Star Wars“-Saga losgelösten Ewok-Abenteuers legte George Lucas („American Graffiti“) nur ein Jahr später nach. Dabei buhlt „Kampf um Endor“, anders als der Vorgänger „Karawane der Tapferen“, nicht vorrangig um ein kindliches Publikum, sondern flechtet auch düstere Akzente und ein Mehr an Monstern und Action mit ein. Als gelungene Ergänzung geht die von Jim und Ken Wheat (schrieben u. a. die Drehbücher zu „Die Fliege II“ und „Pitch Black“) auf Basis einer von Lucas entwickelten Story gefertigte Fernsehproduktion allerdings nicht durch. Denn trotz deutlich märchenhafter Züge ist der Film für die Großen zu infantil und für die Kleinen zu brutal.

Das friedliche Idyll auf Endor wird jäh durchbrochen, als Weltraumschurke Terak (gab später den Lurch im „Addams Family“-Kinofilm: Carel Struycken) mit seinen Piraten – und Sith-Hexe Charal (Sian Phillips, „Der Wüstenplanet“) – das Dorf der Ewoks angreift. Dabei wird die Familie der kleinen Cindel (Aubree Miller) getötet – Bruder Mace wird wieder von Eric Walker verkörpert, der Vater diesmal von „Breakfast Club“-Pauker Paul Gleason –, sie selbst mit den Weltraum-Zwergbären gefangen genommen. Gemeinsam mit Jung-Ewok Wicket (Warwick Davis, „Leprechaun“) gelingt ihr jedoch die Flucht. Die führt sie nach gefahrvoller Reise und Begegnung mit dem rasenden Fell-Gnom Teek (Niki Botelho) zum Haus des ebenfalls auf dem Waldmond gestrandeten Noa (Wilford Brimely, „Harte Ziele“).

Der erweist sich zunächst als wenig gastfreundlich, nimmt die Flüchtigen aber letztlich bei sich auf und steht ihnen gar im Kampf gegen Terak und sein Gefolge bei. Als nützlich erweist sich dabei die Bewaffnung seines havarierten Raumschiffs, für dessen Inbetriebnahme ein Energieaggregat genutzt wird, das die Invasoren unbedingt in ihren Besitz bringen wollen. Zwar kommt der Plot schnell in Gang, verflacht im Anschluss aber merklich. Die Erweichung von Noas Herz wirkt unnötig gedehnt und obendrein arg verkitscht. Das Tempo wird erst wieder angezogen, als die zur Verwandlung in eine Krähe fähige Charal Cindel entführt und ihre Gefährten zur Rettung nahen. Dabei erhält Endor eine mittelalterliche Burg mit blubberndem Wassergraben und großzügigem Verlies, in dem sich neben dem schnuffigen Menschenkind auch die übrigen Ewoks (u. a. Tony Cox, „Fantastic Movie“) finden.

Dass Wicket diesmal sprechen kann, erspart zumindest den im Vorgänger störenden Off-Erzähler. Wesentlich flüssiger wirkt die Narration trotzdem nicht. Dafür sorgt immerhin der Showdown, bei dem Teraks Schergen die Zielsicherheit der imperialen Sturmtruppen für sich gepachtet haben, für ein paar nette Einfälle. Ansonsten aber überzeugt „Kampf um Endor“ vorrangig auf technischer Ebene. Die von Phil Tippett („RoboCop“) wiederum mitverantworteten Stop-Motion-Tricks sind gelungen und auch später zu Ruhm gelangte Fachkräfte wie „Jurassic Park III“-Regisseur Joe Johnston (als Produktionsdesigner und Second Unit Director) sorgen für manche Augenfreude. Unter den Ewok-Stimmgebern findet sich zudem Kevin Pollack, der mit George Lucas auch bei „Willow“ zusammenarbeitete – und dabei auch physisch Präsenz zeigen durfte. Von der Kurzweil des alleinstehenden Fantasy-Nachschlags ist das zweite Ewok-Abenteuer aber ein deutliches Stück entfernt.

Wertung: (5,5 / 10)

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