Spy Game (USA/F/D/J 2001)

spy-gameCIA-Agent Tom Bishop (Brad Pitt, „Rendesvouz mit Joe Black”) steht vor einer äußerst riskanten Rettungsaktion in einem chinesischen Gefängnis. Alles scheint gut zu laufen, bis ihn und seine Komplizen ein Kaugummistreifen verrät. Dass die Chinesen da keinen Spaß verstehen, ist absehbar und alsbald findet sich Bishop selbst hinter Gittern wieder und soll zu allem Überfluß in 24 Stunden wegen Spionage hingerichtet werden. Davon erfährt kurze Zeit später sein alter Mentor, CIA-Dino Nathan Muir (Robert Redford), der einen Tag vor seiner Pensionierung steht und nun einigen wichtigen Leuten diverse Fragen zum Leben von Bishop beantworten muss. So zählt er einige Abschnitte auf, bei denen er und Bishop zusammenarbeiteten. Jedoch merkt er schnell, dass der CIA Bishop fallen lässt und versucht nun auf eigene Faust, seinen alten Schützling vor dem Tod zu retten.

Robert Redford gehört nicht unbedingt zu meinen Lieblingsschauspielern.  Warum der Mann mit den tausend Kratern im Gesicht als eines DER Sexsymbole Hollywoods gilt, ist nicht erst seit wenigen Jahren eine nur schwer zu beantwortende Frage. Vor kurzem noch blieb er die vielbeschworene Überzeugungskraft in „Die letzte Festung” schuldig und kaum anders verhält es sich mit Spy Game. Die Geschichte hätte vielleicht nicht uninteressant sein können, doch einige Faktoren sprechen eindeutig dagegen. Regiesseur Tony Scott zum Beispiel, der bis auf „True Romance” und „Last Boy Scout” meist nur biedere Hausmannskost serviert hat und seinen Stil der schnellen Schnitte auch hier anwendet, was nicht ganz zum Thema passt. Aber gut. Dann eben Robert Redford. Der verarscht so ziemlich jeden im Film und sollte bei seinem Talent eigentlich nicht in den Ruhestand gehen, sondern eher Chef des Ganzen werden.

Mit welcher Einfachheit hier gestandene CIA-Größen hinters Licht geführt werden, ist wirklich unfassbar. Auch der Schluss, der nach einer billigst gefälschten Unterschrift einen halben Krieg verursacht, ist mehr als unglaubwürdig. Dazu die permanenten Rückblenden, die zu Beginn eine Art Sub-Plot darstellen, im Laufe des Films aber die Oberhand gewinnen, so dass die eigentliche Befreiung dann plötzlich keinen mehr interessiert. So steht die Annäherung und Freundschaft von Muir und Bishop im Vordergrund, langweilt aber aufgrund zu langer Erzählungen merklich. Vietnam, Beirut und Berlin sind nur einige Stationen der beiden, die insgesamt einen Zeitrahmen von 25-30 Jahren umfassen sollen. Dass die beiden dabei ihr Aussehen eigentlich nie verändern, wirft einige Fragen auf, ist aber eigentlich auch nur ein Indiz dafür, dass der Film völlig lieblos inszeniert wurde. Hier und da ein paar rucklige Schnitte, da mal ein bißchen Agenten-Schmuch, fertig ist der Film Film „Made by Tony Scott”. Alles andere als spannend und da hat jeder der Beteiligten doch schon erheblich bessere Streifen abgelegt. Selbst Robert Redford.

Wertung: 3.5 out of 10 stars (3,5 / 10)

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