Species (USA 1995)

speciesSil ist das Resultat eines außergewöhnlichen Experiments: Als eine von SETI (Search for Extraterrestrial Intelligence) ins All gesandte Botschaft an außerirdische Lebensformen tatsächlich Antwort erhält, beinhaltet diese einen genetischen Code, den Wissenschaftler Fitch (Ben Kingsley, „Schindlers Liste“) mit der DNA des Menschen kombiniert. Aus der fixen Idee wird das ungewöhnlich schnell wachsende Mädchen Sil geboren, das Fitch mit ihren übernatürlichen Fähigkeiten schnell Angst macht. Als er den Versuch abbrechen und das Geschöpf töten will, gelingt diesem die Flucht.

Dabei wurde die Absicht der Außerirdischen doch als freundlich aufgefasst, schließlich hatten die den Bauplan für einen revolutionären Methan-Generator vorweggeschickt. Wenn die Aliens dem neugierigen Menschen aber schon ein solch trojanisches Pferd unterjubeln, dann kann die eigentliche Gefahr nicht lange auf sich warten lassen. Tatsächlich vereint Sil die Schöne und das Biest in einem Körper. Nachdem sie sich verpuppt hat und über Nacht ausgewachsen ist, setzt sie ihre Reize ein, um zwecks Fortpflanzung paarungswillige Männer zwischen ihre Schenkel zu locken. Haben diese aber ihre sexuelle Pflicht erfüllt, müssen sie sterben.

Verkörpert wird der mordende Vamp von Ex-Model Natasha Henstridge („Maximum Risk“), deren freizügiger Auftritt zum Ausgangspunkt einer Hollywood-Karriere wurde. In Sils kindlicher Version darf übrigens Michelle Williams, die durch Filme wie „Brokeback Mountain“ selbst zum Star wurde, ihr Talent zeigen. Sils monströse wahre Gestalt geht auf den Schweizer Künstler H.R. Giger zurück, dessen Entwürfe für die Kreatur im Klassiker „Alien“ Kinogeschichte schrieben. Von solchen Ehren ist Roger Donaldsons („Dante’s Peak“) solider Sci-Fi-Thriller „Species“ allerdings weit entfernt.

Zwar finanzierte Giger die effektreiche Verwandlungssequenz im Zug, die von den Produzenten aus Kostengründen gestrichen werden sollte, aus eigener Tasche, abseits der hübschen Henstridge und ein paar visuellen Extravaganzen reicht der Film aber kaum über routiniertes Mittelmaß hinaus. Nach Sils Flucht rekrutiert Filch eine Gruppe Spezialisten, die das flüchtige Alien fangen und vernichten sollen, bevor sie sich erfolgreich reproduzieren kann. Als Mann fürs Grobe wird Preston Lennox (Michael Madsen, „Reservoir Dogs“) berufen, der für die Regierung einmal mehr die Kohlen aus dem Feuer holen soll.

Unterstützt wird er durch die Molekular-Biologin Laura Baker (Marg Helgenberger, „Erin Brockovich“), den Anthropologen Steven Arden (Alfred Molina, „Boogie Nights“) und Medium Dan Smithson („Ghost Dog“). Doch auch die prominente Besetzung kann nicht verhindern, dass dies Big Budget-B-Movie mit Achtziger-Anleihen (man beachte allein Sils Traumsequenz) klischeehaft und mit flachen Figuren um die Ecke kommt. So hält der konventionelle Genre-Mix trotz wohl klingender Namen in der Summe weniger, als es die Einzelteile verheißen. Vor (bislang) drei Fortsetzungen schützte das allerdings nicht.

Wertung: (5 / 10)

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