Species IV – Das Erwachen (USA 2007)

species4Oh welch grausames Schicksal! Da erwacht die hübsche Hochschuldozentin Miranda (Helena Mattsson, „Iron Man 2“) eines Morgens nackt im Stadtpark und verwandelt sich nach der Einlieferung ins Krankenhaus in ein Monster mit meterlanger Mörderzunge. Die rammt sie dem einen in den Leib, der anderen von hinten durch die Augenhöhle und weiß nach der Rückverwandlung in die menschliche Gestalt gar nicht wie ihr geschieht. Im Gegensatz zu Onkel Tom Hollander (Ben Cross, „Hero Wanted“), der seine vermeintliche Nichte einst aus menschlicher und außerirdischer DNA erschuf.

„Species IV: Das Erwachen“ ist ein typischer ´Straight to DVD´-Aufguss, der die Prämisse seines Originals ohne nennenswerten Aufwand neu zusammenfasst. Nur war Roger Donaldsons Erstling von 1995 schon kaum mehr als ein passables Sci-Fi-Routineprodukt. Und während Peter Medaks erstes Sequel lediglich aufgrund der selbstzweckhaften Splatter-Exzesse im Gedächtnis blieb, bestätigte der für den Heimkinomarkt gedrehte dritte Teil bereits sämtliche Befürchtungen einer totalen Verramschung des Themas. Zweifelsfrei überflüssig ist auch Nick Lyons („Grendel“) bislang letzte Fortsetzung, doch macht er immerhin mehr richtig als es die Macher des unmittelbaren Vorgängers taten.

Mit den übrigen Filmen hat seine Nachreichung hingegen wenig gemein. Statt um die Aufspürung des im Sinne einer Erdinvasion kopulationswilligen Alien-Klons geht es vorrangig um die Rettung Mirandas. Bewerkstelligen soll die Toms alter Partner Forbes McGuire (Dominic Keating, „Star Trek: Enterprise“), der in Mexiko einen ganzen Mutantenstadl aus der Alien-DNA gezüchtet hat. Mit Stammzellen einer unfreiwilligen Spenderin kann er Mirandas Körper regenerieren. Doch ist sie nach dem Eingriff wie ausgewechselt, gibt sich lasziv und taucht bald im städtischen Nachtleben unter.

Dort setzt es tödliche Zungenküsse und die Paarung mit McGuire, während sich der besorgte Onkel Tom mit Alien-Vamp Azura (Marlene Favela) herumschlägt. Die schlichten Computer- und Maskeneffekte dieser belanglosen und vor allem schleppend erzählten Horrorstory entsprechen nur noch peripher den Konzeptionen H.R. Gigers („Alien“). Das Finale (mit Stroboskoplicht zur Kaschierung der Latexkostüme) gipfelt in einen Monster-Catfight zwischen Miranda und Azura, bei dem Tom mit der Schrotflinte eingreift. Freizügig und blutig, aber auch ideenlos und vorhersehbar hat dies müde Sequel sicher niemand verlangt.

Wertung: (3,5 / 10)

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