Species II (USA 1998)

species2Trotz seines offenen Endes hätte der mäßige Sci-Fi-Thriller „Species“ keiner Fortsetzung bedurft. Aber die Kasse stimmte und so zückte man bei MGM drei Jahre nach dem Original neuerlich das Scheckheft und brachte ein denkwürdig missratenes Sequel auf den Weg, das jeder Trash-Party als Bereicherung dienen sollte. Als Regisseur wurde der Ungar Peter Medak verpflichtet, der sich mit „Die Krays“ und „Romeo is Bleeding“ als fähiger Beobachter abgründiger Charaktere profiliert hatte. Dem geballten Schwachsinn des wiederum von Dennis Feldman („Virus“) erdachten Skripts hatte aber auch er wenig entgegenzusetzen.

Außer natürlich den überraschend expliziten Effekten. Die sind denn auch das einzige Moment, das den unfreiwillig amüsierten Zuschauer in Erstaunen versetzt. Mit Wonne lässt Medak Körper bersten und Blut spritzen. Ausschlag für das hierzulande kurioserweise mit einer Freigabe ab 16 durchgewunkene Schlachtfest gibt derweil nicht die genetisch veränderte Ratte, die dem Erstling als Türspalt eines Nachklapps diente, sondern Raumfahrer Patrick Ross (Justin Lazard, „Universal Soldier: Die Rückkehr“), dem hinter dem Mars gleich links eine fremde Macht in die Glieder fährt.

Zurück auf der Erde macht sich der Spross von Senator Judson Ross (James Cromwell, „L.A. Confidential“) über verschiedene Frauen her, die kurz nach dem Geschlechtsakt Kinder gebären und qualvoll sterben. Den mysteriösen Nachwuchs parkt Patrick in einer Scheune und grämt sich. Suizid ist aber auch kein Ausweg, setzt sich der mit einer Flinte in Stücke geschossene Kopf doch in altbackener Computeranimation wieder zusammen. Sinnstiftend erscheint ihm erst der telepathische Kontakt zu Eve (Natasha Henstridge, „Ghosts of Mars“), einem Klon der im Vorgänger gejagten Alien-Schönheit Sil, die dem paarungswilligen Sonderling für nachhaltige Reproduktion wie geschaffen scheint.

Zu verhindern versuchen das Regierungs-Killer Preston Lennox und Gefährtin Laura Baker, in deren Rollen Michael Madsen („Donnie Brasco“) und Marg Helgenberger („Tommyknockers“) die Sublimierung schauspielerischer Lustlosigkeit anstreben. Vor allem der sichtlich angeödete Madsen verdiente sich die Gage selten mit weniger Einsatz und meistert die ihm aufgetragenen Dialoge und Handlungen wie im Wachkoma. Wäre der hochgradig dümmliche wie unnötig blutrünstige Streifen in seiner eklatanten Missachtung von Logik und Zusammenhang nicht so verdammt komisch, „Species II“ könnte getrost als filmischer Super-GAU durchgehen. So aber sind wenigstens Schund-Afficionados bleibende Eindrücke garantiert!

Wertung: (4 / 10)

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