Ghosts of Mars (USA 2001)

ghosts-of-marsHorror-Papst John Carpenter ist unbestreitbar in die Jahre gekommen. Der heute 53-jährige Regisseur, der mit Genre-Klassikern wie „Halloween” oder „The Fog” Geschichte schrieb, schaufelt bereits im angebrochenen Herbst seiner langen Karriere eifrig am künstlerischen Grab. Qualitativ vermag Carpenter schon seit etlichen Jahren nicht mehr an alte Werke anknüpfen zu können, einzig erwähnenswerte Ausnahme der letzten Dekade bildet der vielfach unterschätzte „Die Mächte des Wahnsinns”. Dem Alt-Meister selbst hingegen sind eigener Aussage zufolge sowieso B-Movies immer noch am liebsten. In den Achtzigern drehte Carpenter selbst eine ganze Reihe solcher Filme, in denen er mit Vorliebe Stil- und Erzählelemente der Fünfziger, Western und sogar Kung-Fu-Filmen miteinander verwob.

Auf diese Tradition baut der Filmemacher auch bei „Ghosts of Mars”, bei dem sich Carpenter wie gehabt als Regisseur, Autor und Komponist verantwortlich zeigt. Die Handlung des Streifens rankt sich um eine Truppe Mars-Polizisten – u.a. Natasha Henstridge („Species”), Blaxploitation-Queen Pam Grier („Coffy”), Jason Statham („Snatch”) und Clea DuVall („The Faculty”) -, die in einer Bergwerkssiedlung des kürzlich besiedelten Planeten ein paar Knackis (darunter Rapper Ice-Cube, „Trespass”) abholen soll und sich plötzlich einer Horde Space-Mutanten gegenüber sieht. Die sind von einer fremden Macht besessen, trachten mit Vorliebe nach dem Leben ihrer (einstigen) Mitmenschen und tun sich ansonsten lediglich durch fieses Brüllen und schnelles Sterben hervor.

Mehr gibt es zur Geschichte von „Ghosts of Mars” eigentlich nicht zu sagen. Wie so oft bei Carpenter-Filmen ist eine überschaubare Gruppe von Leuten gezwungen, sich aus einer Zufluchtsstätte heraus einer Übermacht an Gegnern zu erwehren. Doch selten wirkte dieses Konzept so aufgesetzt und ausgelutscht wie hier. Die ohnehin schwachsinnige Story wird noch weit von den durchweg völlig sinnfreien Dialogen überrundet. Hinzu gesellen sich ein Haufen billiger Kameramätzchen und eine holprige, durch unnötig verschachtelte Rückblicke beizeiten ziemlich verwirrend daherkommende Erzählweise. Begleitet wird man durch das krude Machwerk immerhin von einer mehr oder weniger namhaften Darstellerriege, die sich ziemlich statisch und unmotiviert durch die billigen Marskulissen ballert. Auch bei den nicht zwingend guten Effekten und den einfallslosen Masken der Mutanten, die wirken wie Marilyn Mansons versammelte Fangemeinschaft, sammelt der Sci-Fi-Horror-Quark keine Pluspunkte. Die Dimensionen der inszenatorischen Misere Carpenters lassen sich schon allein daran ermessen, dass der Regisseur Motive und Einstellungen seiner eigenen Filme klaut, so z.B. bei „Assault on Precinct 13″, „Fürsten der Dunkelheit” und „The Fog”.

Der von Carpenter komponierte Soundtrack entpuppt sich ebenfalls als echte Gurke, besteht er doch hauptsächlich aus überflüssigem Gitarren-Gejaule im Heavy Metal-Stil. All das ist allerdings nur eine Sichtweise der Dinge. Auf der anderen Seite könnte man Kult-Regisseur Carpenter auch attestieren, dass ihm ein routiniert in Szene gesetzter Trash-Film gelungen ist, der durch unfreiwillige Komik und viel billige Action bestens zu amüsieren weiß. Wer sich also nicht durch zahllose Ungereimtheiten in der Handlung und von einem absolut bescheuerten Ende abschrecken lässt, dem wird „Ghosts of Mars” 95 vergnügliche Minuten bereiten. Verwunderlich bleibt am Ende nur die in keinem Augenblick gerechtfertigte Freigabe ab 18. Wegen der paar abgetrennten Gliedmaßen und aufgeschlitzten Hälse sind schon ganz andere Filme mit einer niedrigeren Einstufung davongekommen. John Carpenter ist und bleibt ein Meister seines Fachs, daran wird auch dieser Schund nichts ändern können. Also John, auf ein neues. Schlechter kann dein nächster Film immerhin kaum werden.

Wertung: 4 out of 10 stars (4 / 10)

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