Sir Veja – Superyeah (2018, Soniclab Records)

Die neue Bescheidenheit im Ska-Core hat einen Namen: SIR VEJA. Doch was heißt neu? Gegründet wurde die Band vor der Jahrtausendwende, genauer 1995. Bestand hatte sie nahezu zwei Dekaden. Danach war Schluss. Zumindest bis zum Neuanfang, dem mit „Superyeah“ die erste Platte seit 2003 folgt. Im Opener „Peace, Love and Shake Your Ass“ feiert sich das Sextett aus dem Süden der Republik selbst und proklamiert seine Musik – mit dem nötigen Augenzwinkern – als Allheilmittel gegen jedwedes physische oder psychische Gebrechen. Dass in der Realität eher munterer Standard bedient wird, bereitet dem Unterhaltungswert der Comeback-Scheibe keinen ernsthaften Abbruch.

Mal geht es gemütlicher zu, mal flotter – im Fokus steht jedoch stets die rhythmuskompatible Bewegung des Körpers. Dabei übernimmt der Punk bei „Better Days“ (ganz ohne Bläsereinsatz), „Let’s Go“ oder der Neuauflage von „Mr. Superior“ spürbar das Kommando. Ergo regiert vornehmlich von Bläsern begleiteter Vorschub, so dass gemütliche Stücke wie „Pockets Full of Gold“ die Ausnahme bleiben. „Superyeah“ erinnert nicht selten an die MAD CADDIES zu „Rock the Plank“-Zeiten, hinterlässt bei aller grundlegenden Gefälligkeit aber nur selten bleibende Eindrücke. Trotzdem ist die Rückkehr von SIR VEJA in die musikalische Untergrund-Manege fraglos willkommen. Denn schließlich bringt es die Band mit dem finalen Track der Platte selbst auf den Punkt: „Hauptsache laut“.

Wertung: (6 / 10)

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