Katakomben (USA 2014)

Horrorfilme sollen das Fürchten lehren. Dabei gibt es Beiträge, die wollen mehr als das. Sie wollen außergewöhnlich sein und altgediente Genre-Standarten überwinden. Ein solches Werk ist „Katakomben“ (Originaltitel: „As Above, So Below“). Nur hat die Sache entscheidende Haken: Die von John Erick Dowdle („Devil“) routiniert gestaltete Geisterbahnfahrt bleibt von unfreiwilliger Komik überschattet und arbeitet sich über weite Strecken wenig überzeugend an bewährten Found-Footage-Klischees ab.

Im Zentrum der Erzählung steht Archäologin Scarlett (Perdita Weeks, „Ready Player One“). Die fahndet, wie schon ihr durch Suizid aus dem Leben geschiedener Vater, nach dem legendären „Stein der Weisen“. Nachdem sie im Iran ein Artefakt bergen und mit knapper Not einem Höhleneinsturz entkommen konnte, sucht sie in Paris Ex-Freund George (Ben Feldman, „Cloverfield“) auf. Der repariert zum Spaß die Glockenspiele alter Kirchen und ist in Fremdsprachen dermaßen bewandert, dass er den Grabstein Nicolas Flamels in Reimform ins Englische übersetzen kann.

Neben ihm wird Scarlett von Kameramann Benji (Edwin Hodge, „The Purge“) begleitet, der ihre Suche dokumentiert. Die führt sie samt Touristenführer Papillon (François Civil, „Frank“) und zwei weiteren Gefährten in die Katakomben unterhalb der französischen Kapitale. Je tiefer sie in das verzweigte Tunnelsystem eindringen, desto stärker wird die Gruppe von unheimlichen, auf vergangene Sünden zielende Visionen heimgesucht – und von Kultisten, dämonischen Kreaturen und einem verschollen geglaubten Kollegen Papillons. Das vermeintliche Abenteuer verwandelt sich so mehr und mehr zum Abstieg in die Hölle.

Die durchaus eigensinnige Prämisse hat fraglos ihren Reiz. Ebenso die atmosphärisch stimmige Kulisse der echten Pariser Katakomben. Nur macht Regisseur und Co-Autor Dowdle daraus herzlich wenig. Die mit wackligen Helmkameras ausgestatteten Figuren stolpern von einer schalen Geisterbahn-Attraktion zur nächsten, stoßen auf den ewiges Leben verheißenden Stein und erwehren sich aus den Wänden über sie kommenden Spukgestalten. Je näher der seltsam weichgespülte Schluss kommt, desto absurder gestaltet sich der Überlebenskampf. Reue zeigen dabei nicht allein die Protagonisten, sondern besser auch die Zuschauer. Zurück bekommt man diese 90 Minuten vergeudete Lebenszeit nämlich nicht.

Wertung: (3,5 / 10)

scroll to top