Showgirls (USA/F 1995)

showgirlsEs gibt Filme, die es eigentlich gar nicht geben dürfte. Und wenn, dann darf dahinter nicht der Name Paul Verhoeven stehen. Der Niederländer hat das Kontroverse nie gescheut, dies ist hinlänglich bekannt. „RoboCop“, „Total Recall“ oder „Starship Troopers“, für Zartbesaitete waren diese Filme nichts. Auch der geniale „Basic Instinct“ sorgte für Schlagzeilen, wenn auch diesmal nicht die Gewalt im Vordergrund stand. Etwas völlig anderes stellt „Showgirls“ dar, sein wohl schändlichster Fleck auf einer insgesamt doch recht reinen Weste. Preise heimste der Film zahllose ein, nur eben keine, auf die man unbedingt stolz sein sollte.

Vom Land in die große Stadt, den Traum vom Tellerwäscher zum Millionär wahr werden zu lassen. Davon träumt die selbsternannte Tänzerin Nomi (Elizabeth Berkley), die in Las Vegas das große Geld machen möchte. Dort angekommen, muss das zwar ambitionierte, aber für dieses Geschäft unterbelichtete Mädchen schnell lernen, dass sie nur mit gutem Willen nicht weit kommt. Tatsächlich schafft sie es als Tänzerin in eine Revue, dort allerdings wird sie regelmäßig vom hiesigen Star Cristal Connors (Gina Gershon) in ihre Schranken gewiesen. Als Nomi diese mit ein wenig Nachdruck verdrängen kann, erhält sie nicht nur deren Rolle, sondern bandelt auch noch mit dem schmierigen Showmanager Zach (Kyle MacLachlan) an, der Nomi ganz groß rausbringen möchte. Doch so schnell der Aufstieg kommt, umso tiefer ist auch der Fall.

Der Überflop „Showgirls“ macht im Grunde einen wesentlichen Fehler, nämlich das er sich selbst zu ernst nimmt. Verhoeven hat sich mit diesem Film komplett verschätzt. Die Besucher blieben aus, die Kritiker warfen mit Dreck um sich wie selten zuvor. Selbstverständlich konnte der Film gleich mehrere Goldene Himbeeren für sich beanspruchen. Als Referenz dient dies nicht. Als Erotikfilm funktioniert „Showgirls“ nie, zu untalentiert und affektiert wirken die Darsteller, zu trashig und billig das ganze Drumherum. Seine Wirkung entfaltet der Film dennoch, denn das unfreiwillig komödiantische Potenzial des Werks ist enorm.

Für dieses ist vor allem Elizabeth Berkley („Echt Blond“) zuständig, die zwar ihren makellosen Körper adäquat einzusetzen weiß, ihr nicht mehr zu bremsender Enthusiasmus für ihre Rolle diese aber stets der Lächerlichkeit preisgibt. Das Overacting kennt keine Grenzen, auch Kyle MacLachlan („Blue Velvet“) kann ein Lied davon singen. Nichts funktioniert oder läuft in normalen Bahnen. Die Gesichter der zahlreichen Nacktheiten sind unter einer zentimeterdicken Schicht von Make-Up kaum zu erkennen, Frisuren könnten schäbiger nicht sein, die Dialoge lassen jegliche Ernsthaftigkeit vermissen. Auf allen Ebenen rauscht Verhoeven mit seinem Film in ein Fiasko. Statt Stars hervorzubringen, hat der Film sicherlich die eine oder andere Karriere gekostet. Wenigstens die von Elizabeth Berkley.

Es gibt im Grunde nichts, was Paul Verhoeven irgendwie auf der Sollseite verbuchen könnte. Das unterirdische Drehbuch sicherlich nicht, ebenso wenig die stümperhaften Darsteller oder die völlig übertriebene Maskerade selbiger. Der Film funktioniert auf einer trashigen Ebene wunderbar, nur war diese eben nicht beabsichtigt. Dafür kommt man als Betrachter in den Genuss der schönsten und teuersten Tittenparade, für die ein großes Hollywoodstudio jemals Geld ausgegeben hat.

Wertung: (3 / 10)

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