Flesh Gordon 2 – Schande der Galaxis (CDN 1989)

fleshgordon2Flesh Gordon ist wirklich die „Schande der Galaxis“. Zumindest wenn man es mit dem deutschen Untertitel von „Flesh Gordon Meets the Cosmic Cheerleaders“ hält. Denn eigentlich ist die lüsterne Parodie des (fast) gleichnamigen Comic-, später TV- und Kino-Helden ein gestandender (nicht erigierter!) Recke von Format. Schließlich ist es an ihm das Universum vor den Impotenzstrahlen des durchtriebenen Evil Presence (William Dennis Hunt, „Critters 3“) zu bewahren. Wenn er auch eher unfreiwillig ins Abenteuer startet, wird er doch von drei hilfsbedürftigen und leicht beschürzten Damen zur Rettung ihres Planeten gekidnappt.

Eine frivole (huch) Verballhornung des mannhaften Flash Gordon reichte Howard Ziehm offenbar nicht aus. 15 Jahre ließ der auch unter dem Namen Harry Hopper aktive Porno-Filmer nach dem ersten „Flesh Gordon“ verstreichen, ehe er 1989 die (ähm) längst fällige Fortsetzung initiierte. Für die Hauptrolle besetzte er den kanadischen Kampfsportler Vince Murdocco, der ein Jahr später den Kickbox-Weltmeistertitel im Cruiser-Gewicht erringen und seinem Schauspieldebüt B-Actionpeitschen wie „Protect and Kill“ oder „Ring of Fire“ folgen lassen sollte. Seine Beweglichkeit stellt er denn auch gleich zu Beginn unter Beweis, wenn er einem ultra-trashigen Stop Motion-Monster einen Drehkick verpasst.

Inszenierung und Schauspielführung (manch großbusige Komparsin erwartet ihr Einsatzzeichen deutlich sichtbar) können einen schon das Fürchten lehren. Doch sollte man nicht den Unterhaltungswert schmälern, den der schier unerschöpfliche Fundus peinlich sexattribuierter Ideen binnen 90 Minuten anhäuft. Seien es nun die Funken sprühenden Raumschiffe in Phallusform (angetrieben von korpulierendem Federvieh), weiblichen Brüsten nachempfundene Hügellandschaften oder groteske Kreaturen wie die lächerlich kostümierten Kackmenschen – wer sich auf diese irrsinnige Tour de Force einzulassen weiß, riskiert neben dem Verlust der Hirnaktivität auch manchen Lachanfall.

Trash-Freunde jedenfalls sollten an diesem enorm billigen, auf seine Art aber ungemein fantasievollen Denkmal der Beschränktheit ihre helle Freude finden. Wobei, wenn man es denn genau nehmen will, abseits der possierlichen Peinlichkeiten – solche wie furzende Arschteroiden, ein wiederum animiertes Penismonster oder die Trendsportart Lattenball – nur eine zäh erzählte und gnadenlos alberne Kuriosität bleibt. Die Akteure sind Schrott, Tricks und Kulissen sowieso. Man kann diese filmgewordene Stupidität ins Herz schließen oder einfach als wenig freizügigen Scheißdreck durchwinken. „Flesh Gordon 2“ ist bisweilen so schlecht, dass es weh tut. Aber ebenso gut kann die flachsinige Softsex-Klamotte auch großen Spaß machen.

Wertung: (3 / 10)

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