Return to Savage Beach (USA 1998)

return-to-savage-beachTitten und Terror, im Horrorfilm funktioniert das seit Jahrzehnten. Warum also nicht auch im Actionfach? Obwohl das bei „Return to Savage Beach“ lediglich den Rahmen für Nacktheit nach Gesichtspunkten der Penthouse- und Playboy-Anatomie bildet. Andy Sidaris, für seine Verdienste um die Sportberichterstattung mit dem Emmy ausgezeichnet, hielt das offensichtlich für eine gute Idee. Anders ist wohl kaum zu erklären, warum der 2007 verstorbene Filmemacher nach „Savage Beach“ und „Day of the Warrior“ Ende des letzten Jahrtausends noch diesen lächerlichen Softsex-Baller-Murks nachschob.

Darin sind die reizenden Agentinnen – u.a. Julie K. Smith („Die Bikinifalle“) und Julie Strain („Zombiegeddon“) – der knapp bekleideten Organisation L.E.T.H.A.L. (Legion to Ensure Total Harmony and Law) in geheimer Mission unterwegs. Eine Computer-Disc wurde entwendet, mit der sich ein Schatz aufspüren lässt. Folglich wird manche Spielzeugpistole gezückt und diverse Oberweite gelüftet, was schier unglaublicher Dämlichkeit Tür und Tor öffnet, die als zwerchfellerschütterndes Zeugnis geistiger Umnachtung aber ein gewisses Spaßpotential eröffnet.

Der Plot ist hirnverbrannt, die Machart beschämend. Obendrauf gibt’s geölte Hengste und Stuten mit dicken Tüten, die sich beim Sprechen zwar nur mit Mühe auf den Beinen halten können, dafür aber die Gelüste eines buchstäblich Absonderlichen Publikumskreises zu befriedigen wissen. Grundlegend ist das nicht mal mehr im Vollrausch, geschweige denn unter Beihilfe der Vorspultaste zu bewältigen. Immerhin sorgen die ansehnlichen Damen für vereinzelte Hingucker. Der allgegenwärtige Trash-Appeal aber kann diesen hochnotpeinlichen Streifen auch nicht mehr vor der Festsetzung im filmischen Bodensatz bewahren. Da hat jeder mitternächtliche TV-Spot für Telefonsexhotlines mehr Pfiff.

Wertung: 1 out of 10 stars (1 / 10)

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