Sharknado 2: The Second One (USA 2014)

sharknado-2„This is a twister with teeth.“

Holy Shark! Es regnet wieder Haie. Da haben wir im vergangenen Jahr den ersten Sharknado mehr oder weniger unbeschadet überstanden, da kommen Syfy und The Asylum gleich mit der nächsten desaströsen Trash-Attacke um die Ecke. Wer könnte es ihnen verdenken? Denn der Hype um den Film in Medien und sozialen Netzwerken war enorm. Selbst in Deutschland berichteten Gazetten und Netz-Postillen über den Tier-Horror-Katastrophen-Schund, der logischerweise gleich zum Kult (v)erklärt wurde. Vergnügen versprach die Prämisse eines Haie aus dem Meer saugenden und selbige über Los Angeles verteilenden Wirbelsturms fraglos. Dem verheißenen denkwürdigen Schlock-Fest wurde der Streifen jedoch erst zum Finale hin gerecht.

Trotzdem waren die Erwartungen an die wiederum von Anthony C. Ferrante („Headless Horseman“) gedrehte Fortsetzung, schlicht mit „The Second One“ umschrieben, gewaltig. Die Premiere auf Syfy verfolgten denn auch rund vier Millionen Zuschauer und allen voran der Kurznachrichtendienst Twitter vermeldete rekordverdächtige Beteiligungsraten. Ein ähnliches Phänomen, wenn auch unter anderen Vorzeichen, bildete in den vergangenen Jahren lediglich die filmische Dilettanten-Sause „Birdemic“. Tatsächlich wird „Sharknado“ der Prämisse des betont bestussten Ansatzes im zweiten Aufguss deutlich gerechter. Ein guter Film wird daraus immer noch nicht. Immerhin aber ein durchaus kurzweiliger, was neben munter übertriebenen Schauspielern auch an den drollig bekloppten Dialogen liegt.

Gleich in der ersten Szene durchschneidet der Heckflügel eines Flugzeugs die Wolkendecke wie die Finne eines Hais das Meer. Das kommt bekannt vor? Natürlich, „Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“ begann genauso. Was läge also näher, als dessen Kapitän Robert Hays auch hier ins Cockpit zu verfrachten? Zu den Passagieren gehören die wieder versöhnten (Ex-)Eheleute Fin („Beverly Hills 90210“-Star Ian Ziering) und April (Tara Reid, „Vipers“), die in New York seine Familie treffen und ein gemeinsam verfasstes Buch vorstellen wollen. Als Fin in einem aufziehenden Unwetter Haie erblickt, glaubt er zunächst an eine Halluzination. Kurz darauf klafft ein Loch im Rumpf der Maschine und Stewardess Kelly Osbourne bekommt von einem Hai den Kopf abgebissen.

Der Auftakt geht Ferrante flott von der Hand. Anspielungsreich und übertrieben absurd – wie Reids mageres Blondchen die Hand verliert, ist ein vorzeitiger Höhepunkt – bekommt das Publikum unverzüglich, auf was es im Erstling so lange warten musste. Nachdem Fin die Maschine heldenhaft notgelandet hat, folgt (neben aufdringlichem Product Placement) jedoch abermals der tiefe Griff in die familiäre Klischeekiste. Doch das Tempo ist diesmal höher und der Sharknado fieser. Denn Fins Warnungen verhallen ungehört, weil das Unwetter von allen Meteorologen unbemerkt auf den Big Apple zusteuern darf. So muss Fin die lädierte April im Krankenhaus zurücklassen und seine Schwester Ellen (Kari Wuhrer, „Arac Attack“) samt Familie und Anhang (u.a. Vivica A. Fox, „Kill Bill“) suchen.

Was folgt sind Haie im Baseballstadion, Haie in der U-Bahn, ein Alligator im Abwassersystem und Haie über Manhattan. Die Freiheitsstatue verliert den Kopf, Stürme fusionieren und mittendrin hält Fin eine Brandrede, bevor die motivierte Bevölkerung mit improvisiertem Waffenarsenal gegen die überall vom Himmel fallenden Haie vorgeht. Auch April greift noch in den Kampf ein und bekommt eine Trennscheiben-Ersatzhand spendiert. Filmgatte Ziering darf natürlich wieder zur Kettensäge greifen und im Finale von allen physikalischen Gesetzen befreit durch die Luft geschleudert werden. Die Effekte sind angemessen lachhaft, so wie der aus Budgetgründen von Ferrante mitverantwortete Titelsong. Ein doofer Streifen mit immerhin amtlicher Spaßausbeute. Vor einem dritten Teil dürfte das kaum schützen.

Wertung: (4 / 10)

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