Sharknado 6 – The Last One (USA 2018)

„I’m gonna need a bigger chainsaw.“ – Fin

Alles endet. Auch die „Sharknado“-Saga. Die einen wird’s freuen, die anderen hoffen auf den nächsten Trash-Klassiker aus der berüchtigten The Asylum-Schmiede. So schnell dürfte sich der durchschlagende Erfolg des absurden Konzepts jedoch nicht wiederholen lassen. Dafür sind die „Mega Shark vs. Something“- oder „X-Headed Shark Attack“-Franchises einfach zu schlecht. Allerdings muss auch der von Anthony C. Ferrante konstant als Regisseur begleiteten Reihe um die verheerenden Hai-Wirbelstürme ein bestenfalls moderater Spaßgehalt attestiert werden. Während vorrangig Teil fünf in seiner konsequent ausgespielten Absurdität tatsächlich Lust auf mehr sinnfrei filmischen Unfug macht, hinkt der Rest der Verheißung des Ansatzes doch bisweilen merklich hinterher.

Das gilt auch für den Abschluss „The Last One“, der sich eher alibihaft einer abstrusen Klimax im Science-Fiction-Gewand entgegenhangelt. Der Vorlauf stimmt durch (personelle) Anknüpfungspunkte an die Vorgänger milde, macht durch stattliches Tempo und kruden Humor streckenweise sogar richtig Laune. Abseits des grotesken Spiels mit Zeitreise und historischen Persönlichkeiten bietet der Streifen, gerade im Schlussakt, aber schlicht zu wenig. Dabei offenbart der freudvoll bestusste Beginn, das auch hier mehr drin gewesen wäre, wenn der ewige Hai-Bekämpfer Fin Shepard (Ian Ziering) in der Urzeit strandet und sich mit lachhaft getricksten CGI-Sauriern herumplagen muss.

Der am Ende des letzten Teils kurz aufgetretene Dolph Lundgren (als eine Erwachsenenversion von Fins Sohn Gil) stand bedauerlicher- wie verständlicherweise nicht für einen größeren Part zur Verfügung. Also wird seine Mitwirkung durch ein Hologramm entschuldigt und im Gegenzug eine Riege in verschiedenen Vorgängerteilen verstorbener Weggefährten reanimiert. Zu diesen zählt, neben Nova (Cassandra Scerbo) und Sky (Vivica A. Fox), auch die menschliche Version von Fins Gattin April (Tara Reid). Dass er den Kopf ihres Roboterabbilds bei sich trägt, sorgt erst für Gesprächsbedarf und bedroht am Ende den Fortbestand der gesamten Menschheit.

Zuerst gilt es jedoch, den ersten Sharknado zu stoppen, um den in der Gegenwart gebeutelten Planeten zu retten. Eine echte Rolle spielt das allerdings kaum. Denn viel wichtiger erscheint, dass die Heldengruppe auf einem Flugsaurier durch die Zeit reist und im Mittelalter bei König Merlin (Neil deGrasse Tyson) und Zauberin Morgana (Alaska Thunderfuck) landet. Dabei gilt es wiederum, Gil (Chris Owen, „American Pie“) aufzuspüren und fliegende Haie zu bekämpfen. Weitere Stationen werden in der US-amerikanischen Gründerzeit bei Benjamin Franklin (Leslie Jordan) und George Washington (Darrell Hammond) – mit dabei: Dexter Holland und Noodles von der Punkband The Offspring – sowie im Wilden Westen bei Billy the Kid (Jonathan Bennett) eingelegt (den Sheriff markiert Dee Snider, „Strangeland“).

Auf dem Weg Richtung aktueller Zeitrechnung treten auch Fins Eltern (darunter Tori Spelling, „Beverly Hills 90210“) am Strand mit Beschallung in „Beach Boys“-Manier in Erscheinung (den Bandleader mimt Regisseur Ferrante), ehe Nova den Tod eines geliebten Verwandten zu verhindern sucht. Die damit verbundenen ernsteren Zwischentöne fügen sich nur schwerlich ins Gesamtbild. Das gilt allerdings auch für den finalen Blick in die Zukunft, in der mechanische Haie herumfliegen und die herrschende Spezies von Robo-Aprils repräsentiert wird. Deren Königin will Fins Mission unterbinden, was, auch bedingt durch die Effekte auf Sparflamme, zu einem konfusen Potpourri misslungener Computerbilder führt. An deren Ende steht der unbeholfen rührselige Brückenschlag zum Original – mit Cameos u. a. von Bo Derek und Gary Busey als Elternteile der Shepards. Dass es das gewesen sein soll, sorgt auf diese Weise eher für Erleichterung als Wehmut.

Wertung: (4 / 10)

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