Senses Fail – The Fire (2010, Vagrant Records)

Schon komisch. Da hört man das neue Album von SENSES FAIL und könnte im Grunde einfach die Rezension zum Vorgängeralbum „Life Is Not a Waiting Room“ nahezu komplett übernehmen. Denn irgendwie ist alles beim alten geblieben. Weder kümmert sich die Band um ihre vorhandene Anhängerschaft in unseren Breitengraden, noch fällt eine erwähnenswerte Veränderung ihres Sounds auf. SENSES FAIL pflegen immer noch genau jenen Emo-Core oder Post-Hardcore, den sie schon vor Jahren spielten. Dieses Sich-neu-erfinden-müssen überlassen sie anderen Bands.

Mit dem Titelsong beginnt das Album in gewohnter, typischer Manier. Dem Gesang von Buddy Nielsen heftet eine kleine melancholische Note an, während die Instrumentalfraktion Feuer gibt. Gen Ende tauchen bereits ein paar Schreiparts auf, die SENSES FAIL zuletzt ja mehr und mehr aufs Abstellgleis geparkt haben. „Saint Anthony“ ist dann deutlich melodischer und klarer. Ohne Schreien. Das gilt auch für „Safe House”, eine fast poppig wirkende Nummer. Hier scheint es, als hätte der Frontmann seine ganzen Probleme der Vergangenheit endgültig über Bord geworfen. Mit „New Years Eve“ oder „Lifeboats“ gibt es aber auch wieder härtere Passagen zu hören. In der zweiten Albumhälfte bleiben die großen Überraschungen – was hier noch überraschen kann! – dann aber aus. Es gibt weitgehend gewohntes von SENSES FAIL zu hören, ohne das sich ein Song wirklich aufdrängen würde. Das ist zu Beginn zumindest noch ein wenig anders.

Man könnte der Band gewiss Stagnation vorwerfen, vielleicht auch mangelnden Mut, mal etwas neues zu wagen. Aber trotzdem ist ein Album wie „The Fire“, welches sich nicht wirklich vom bisherigen Schaffen unterscheidet, nett anzuhören. Denn die Jungs verstehen ihr Handwerk und für mich wirkt ihr neues Output sogar etwas „runder“ als der Vorgänger. Denn gerade die Melodien finden ihren Weg schneller in die Ohren.

Wertung: (7 / 10)

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