Senses Fail – Life Is Not a Waiting Room (2008, Vagrant Records)

Heimlich, still und leise, ohne großes Brimborium, melden sich plötzlich SENSES FAIL mit ihrem dritten Album zurück. Still vielleicht vor allem deswegen, weil man sich in unseren Gefilden doch seit jeher recht rar machte und auf eine eigene Tour zugunsten weniger Shows (Taste of Chaos, Vagrant) gerne verzichtete. Andere Bands des sogenannten „Emocore“ machten in den letzten Jahren teils weitreichende musikalische Veränderungen durch, nicht so aber SENSES FAIL. Das konnte man auf jeden Fall schon mal mit dem Vorgänger „Still Searching“ feststellen.

Auch der Sprung zum dritten Album „Life Is Not a Waiting Room“ ist nicht so riesengroß, Veränderungen wurden vielmehr hier und da in fast nicht beachtenswerter Manier vorgenommen.Einen neuen Mann haben SENSES FAIL natürlich auch wieder mit an Bord, die Tradition wird fortgeführt. Am Bass ist nun Jason Black von HOT WATER MUSIC zu hören, der den Viersaiter von Mike Glita übernahm. Grundsätzlich ist „Life Is Not a Waiting Room“ wieder etwas straighter und weniger düster als es „Still Searching“ war. Man ist dem Debütalbum „Let It Enfold You“ also wieder etwas näher gerückt, wobei die Schreiparts natürlich weniger sind. Die härteren Passagen wurden ohnehin nochmal etwas zurückgefahren und kommen nur noch in einigen Fällen zum Vorschein. Sänger Buddy Nielsen wirkt aus der Konserve abermals souverän, wenn er dies doch mal auch mal live unter Beweis stellen könnte, wo er ja nicht unbedingt die stärkste Komponente von SENSES FAIL darstellt.

Der Anteil eingängiger Melodien und Parts wurde ausgeweitet, vor allem in der zweiten Albumhälfte. Die härteren Songs „Lungs Like Gallows“ oder „Wolves At the Door“ stechen allerdings schnell heraus, denn auf ganzer Länge geht SENSES FAIL irgendwann mal die Puste aus. Je länger das Album nämlich dauert, umso mehr nehmen die seichten Melodien und Songs zu. Der ganz große Wurf ist ihnen auch mit „Life Is Not a Waiting Room“ nicht gelungen, denn um mal wirklich ein Zeichen zu setzen, fehlt es einfach am gewissen Etwas. Sicherlich ist dies ein abermals solides bis gutes Album mit ein paar kleineren Höhepunkten, aber eben auch nicht mehr.

Wertung: (6,5 / 10)

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