Screamers: The Hunting (USA/CDN 2009)

screamers-the-huntingAls heimlicher B-Klassiker blieb Christian Duguays „Screamers“ in wohliger Erinnerung. Der endzeitliche Science Fiction-Horror nach einer Kurzgeschichte von Philip K. Dick („Blade Runner“) schuf vor karger Kulisse eine Atmosphäre der Hoffnungslosigkeit – und verfügte mit „RoboCop“ Peter Weller über einen Hauptdarsteller von Format. Die späte Fortsetzung „The Hunting“ knüpft an die Vorgeschichte an, hat auf den Spuren von „Aliens“ aber weder Beklemmung noch schauspielerisches Vermögen zu bieten.

Für das deutsche Publikum mag die Mitwirkung von Jana Pallaske („Engel + Joe“) erwähnenswert sein, die sich als Sanitäterin Schwartz auf wahlweise betroffene oder verunsicherte Blicke beschränkt. Sie ist Teil einer Rettungsmission, die einem Notruf auf den von Konzernkriegen entvölkerten – und durch einen Meteoritenschauer dem Untergang geweihten – Bergbauplaneten Sirius 6-B folgt. Beherrscht wird dieser von den Screamers, intelligenten Maschinenwesen, die sich der Ausrottung der Menschen verpflichtet fühlen und die ihre Opfer für die autonome Produktion neuer Modellreihen ganzheitlich endverbrauchen.

Soldatin Bronte (Gina Holden, „Aliens vs. Predator 2“) ist aus persönlichen Gründen an Bord, ist sie doch die Tochter jenes von Weller im Original gespielten Offiziers Hendricksson. Entgegen des pessimistischen Finals hat der es samt Teddy-Screamer jedoch nicht zur Erde geschafft, sondern seine Rettungskapsel vorsorglich gesprengt. Bronte fahndet also nach Ursachen für den väterlichen Freitod und stößt neben amphibienhaften Maschinen auf ein paar versprengte Überlebende. Deren Unterschlupf aber wird bald von menschlichen Screamers überrannt. Und das Ziel dieser modifizierten Generation ist wiederum die Erde.

Wo schauspielerisch nur arg dünne Bretter gebohrt werden, können sich die (handgemachten) Effekte sehen lassen. Gestorben wird zahlreich, dazu überraschend drastisch. Substanz durch Härte ersetzen zu wollen, scheint nicht eben clever, erfüllt bei dieser soliden Videoproduktion aber seinen Zweck. Zumal Regisseur Sheldon Wilson („Die Vögel – Attack From Above“) ein paar gelungene Einstellungen – allen voran die tiefen Einblicke in die Brutstätte der Screamers – und den alternden Lance Henriksen („Harte Ziele“) als Gastakteur aufbietet. Begeisterungsstürme dürfte der Streifen damit kaum entfachen. Brauchbar unterhalten fühlen darf man sich aber allemal.

Wertung: 5 out of 10 stars (5 / 10)

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