Saw 3D – Vollendung (USA/CAN 2010)

saw-7„You wanna know the only thing that’s wrong with killing you, Jill? I can only do it once.“ – Hoffman

Die „Saw“-Reihe ist, wer es denn glauben mag, am Ende angelangt. Nach sechs Teilen ist die Splatter-Saga mit einem weltweiten Gesamteinspiel von mehr als 700 Millionen US-Dollar das erfolgreichste Horror-Franchise aller Zeiten. Dem Trend der Gegenwart entsprechend wurde der siebte Part in 3D gedreht. Er gibt Antworten auf die verbliebenen Fragen und dient der seit Jahren über breit getretene Rückblicke am Leben gehaltenen Geschichte als holpriges Finale. Aber Hand aufs Herz, wem ging es bei „Saw“ je ums Tiefenprofil des Plots? Schließlich ist die Essenz der Filme die möglichst effektive Zuschaustellung zerrissener Körper.

Immerhin auf die kann man sich bis zum Schluss verlassen. Killer Jigsaw (Tobin Bell), der den Sündigen in quälenden Folterapparaten die Chance zur Läuterung gewährte, ist trotz seines vorzeitigen Todes die Referenzmarke. Darum geistert er auch im sechsten Sequel wieder durch allerlei Vergangenheitsblenden und darf als pervertierter Puppenspieler die Ahnung vom großen Ganzen aufrecht erhalten. Doch dreht sich der wiederum von Kevin Greutert (Cutter der ersten fünf Filme) inszenierte Blutrausch primär um die Rachsucht des Jigsaw-Komplizen und Ex-Bullen Hoffmann (Costas Mandylor). Der hat es, man werde sich des Finals von „Saw VI“ gewahr, auf Jigsaws Witwe Jill (Betsy Russell) abgesehen.

Die begibt sich furchtsam in die Obhut der Polizei, wähnt sich trotz wiederholter Sicherheitsbekundungen aber in ernster Gefahr. Tatsächlich präsentiert Hoffmann schnell frische Leichen (darunter Linkin’ Park-Sänger Chester Bennington) und bringt auch ein neues Spiel in Gang, bei dem Selbsthilfe-Bestsellerautor Bobby (Sean Patrick Flanery, „Der blutige Pfad Gottes“) für die Lüge, selbst eine Prüfung Jigsaws überlebt zu haben, zur Rechenschaft gezogen wird. Das Maß der Grausamkeit strebt dabei mit wohlgemerkt nicht sonderlich spektakulären 3D-Effekten einen neuen Höhepunkt an. Tatsächlich präsentierten die Macher nie mehr Foltermaschinen in einem Film. Der Grad der Abstumpfung übertrifft die Vorgänger allerdings mit Leichtigkeit.

„Saw 3D – Vollendung“ ist blutig, brutal und (ungeschickt) wendungsreich, führt in spannungsarmen Sadismen aber vor allem die beständige Ideenlosigkeit der Hintergrundplotte vor Augen. Die klärt in letzter Konsequenz über das Schicksal von Dr. Gordon (Cary Elwes) auf, der sich im Original einst den Fuß mit einer Handsäge vom Körper trennte. Er ist Faustpfand einer bemüht originellen Schlusswendung, die die Geschichte zwar grundlegend auserzählt, jedoch mitnichten das Ende der Erfolgsstory von „Saw“ bedeuten dürfte. Man darf also gespannt sein, ob die Säge nicht auch in Zukunft alljährlich zu kreisen beginnt.

Wertung: (4 / 10)

scroll to top