Salem´s Lot – Brennen muss Salem (USA 1979)

brennenmusssalem„Ich glaube, dass ein böses Haus böse Menschen anzieht.“ – Ben

„Salem´s Lot – Brennen muss Salem“ bedeutete für Stephen King einen Ausflug ins klassische Vampir-Sujet. Die gleichnamige Verfilmung seines zweiten Romans besorgte „Poltergeist“-Regisseur Tobe Hooper, der die seinerzeit aufwendige TV-Produktion, mehr den fangzahnigen Blutsauger in Anlehnung an „Nosferatu“ aufzog. Anno dazumal als knapp dreistündiger Zweiteiler – in Deutschland unter dem Titel „Der Schrecken im Marsten-Haus“ – ausgestrahlt, wurde für die DVD-Version großzügig die Schere angesetzt. Übrig blieben 102 arg gehetzte Minuten, denen allen voran vertiefte Beziehungen zwischen den Figuren abhanden kamen.

Ohne die ist der Spuk nicht länger schleichend atmosphärisch, immerhin aber von seiner zehrenden Dauer bereinigt. Das Blut in den Adern gefrieren lässt die solide Schauermär aber auch in der gestutzten, mehr auf die Schreckmomente bedachten Variante nicht. Selbstredend geblieben ist der Kern, in dem Autor Ben Mears (David Soul, bekannt aus dem Fernseh-Renner „Starsky und Hutch“) in seine Heimatstadt zurückkehrt und für die Arbeit an einem neuen Roman am liebsten das alte Marsten-Haus bezöge. In dem, so hieß es schon in seiner Kindheit, soll es spuken. Und der neue Besitzer des Anwesens, der scheue Straker (Altstar James Mason, „The Boys from Brazil“), gedenkt den Verdacht nicht eben zu entkräften.

Per Paketpost lässt er sich den Vampir Barlow (Reggie Nalder, „Zoltan – Draculas Bluthund“) liefern, den er als seinen deutschen Geschäftspartner anpreist, was in der Nachbarschaft bei Tageslicht bald zu regem Schwund in den Straßen führt. Berufen, dem Schrecken Einhalt zu gebieten ist freilich Ben, schließlich wettert er seit langem gegen die dunklen Mächte im alten Anwesen. Um dem deutschen Titel am Ende gerecht zu werden, ergreift Ben schließlich drastische Maßnahmen. Das alles genügt für gediegenen Grusel, den Hooper aber mit gestelztem Schauspiel und der Extraportion Nebelmaschine einzutreiben gedenkt. Dazu wird hergebracht wabernde Musik serviert, die der adäquaten Stimmung dankbar zuträgt.

Das für Stephen King ungewöhnliche Thema erhält durch den kleinstädtisch provinziellen Rahmen die typische Handschrift des Autors. Für die steht auch das angedeutet infernalische Finale, bei dem die wehrhaften Überlebenden um Ben, Ortsarzt Norton (Ed Flanders, „Der Exorzist 3“) und dessen Tochter Susan (Bonnie Bedelia, „Stirb langsam“) zum Gegenangriff übergehen. Die Hommage an Bram Stokers „Dracula“ geht zweifelsfrei in Ordnung, krankt in der Filmversion aber an der relativen Blässe. Und die geht nicht nur vom rattenähnlichen Barlow aus. Ein solider, wenn auch etwas zu altbackener Vampir-Streifen.

Wertung: (5 / 10)

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