Rise of the Animals – Mensch vs. Biest (USA 2011)

rise-of-the-animalsDie Tierwelt rebelliert. Mal wieder. Die Filmgeschichte der vergangenen 60 Jahre ist voll von mutierten oder schlicht angriffslustigen Viechern, die den Menschen für seine Impertinenz abstrafen. In „Rise of the Animals“ bleibt eine Erklärung, warum verschiedene Spezies auf Amok schalten, einmal mehr aus. An einem kritischen Subtext ist Regisseur, Produzent, Autor und Cutter Chris Wojcik jedoch nicht gelegen. Dafür an grobem Unfug, zelebriert er in seinem No-Budget-Amateur-Trash doch Qualitätsstandards, die jeder Beschreibung spotten.

Wenn die Gefahr nicht gerade durch die tieffliegende subjektive Kamera Ausdruck erhält, sind es wahlweise Stoff-Handpuppen oder immens schlichte Computeranimationen, die den Figuren nach dem Leben trachten. Jedermanns Sache ist das garantiert nicht. Aber der kaum 70 Minuten lange Streifen macht Spaß – sofern man ihn lässt. Denn zu lachen gibt es einiges. Das beginnt bereits bei Hauptprotagonist und Pizzafahrer Wolf (Greg Hoople), der seinen Namen zurecht trägt, ist er doch der Schüler mit der wahrscheinlich üppigsten Brustbehaarung seit den Kindertagen von Grizzly Adams. Eine Lieferung führt ihn samt Nerd-Kumpel Jake (Adam Schonberg) zu einer abgelegenen (eher abbruchreifen) Hütte, in der zu ihrer Überraschung eine zünftige Mädelsparty steigt.

Neben Jakes Schwester Rachel (Stephanie Motta) ist auch Wolfs Schwarm Samantha (Nikki Preston) zugegen, die mit Wolf anbandelt, eine vorzeitige Ejakulation im Auto später aber bereits verschwunden ist. Dafür kreuzt eine Horde Rehe auf, die der Partygemeinschaft schwer zusetzt und dafür sorgt, dass die Laienschauspieler beim Nahkampf aus Eimern mit Kunstblut besudelt werden. Als sie bemerken, dass der animalische Übergriff nur die Spitze des Eisbergs ist, machen sich Wolf, Jake und Rachel zu Lande und zu Wasser auf, um Samantha zu suchen. Dabei schreckt Chris Wojcik vor keiner Peinlichkeit zurück, um Befürwortern geschmacklicher Entgleisungen eine gute Zeit zu bereiten. Oder zumindest das, was er dafür hält.

Wenn Rachel ein Pferd mit beherzter Kickbox-Abwehr in die Flucht schlägt oder ein Minimal-CGI-Gorilla mit rotem Irokesenschnitt auf dem Autodach mitfährt, dürfen Trash-Fans jubilieren. Wer solch tief gestapelte Unterhaltung schwer erträglich findet, ist bei „Rise of the Animals“ definitiv im falschen Film. Der Rest erlebt drolligen Splatter und das nie funktionale Nebeneinander von Teenie-Klamotte und Tier-Horror. Bei der Überwindung budgetärer Hindernisse muss Wojcik aber ein gewisser Einfallsreichtum attestiert werden. Fest jedoch steht, dass für Filme wie diesen eigene Gesetze gelten. Das kann als Empfehlung und gleichfalls als Warnung verstanden werden. Menschen mit ausgemachtem Faible für filmischen Schund werden aber ansprechend – und ansprechend doof – unterhalten.

Wertung: (5 / 10)

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