Rantanplan – Stay Rudel – Stay Rebel (2019, Drakkar Entertainment)

Dass RANTANPLAN auf den Hund gekommen sind, sollte aufgrund ihres Namens niemanden verwundern. Die auf ihrem neuen Album „Stay Rudel – Stay Rebel“ erfolgende Huldigung der damit verknüpften tierischen Zusammenrottung scheint da nur konsequent. Relativierend wirkt sich das enthaltene Wortspiel aus, denn die Rude(l)-Boys aus St. Pauli pflegen noch immer einen klassischen Ska-Sound, der die Tanzflächen routiniert mit zuckenden Leibern füllt. Für mehr reicht es zwar nicht, der Anhängerschaft dürfte das allerdings kein nennenswerter Hinderungsgrund sein.

Die musikalisch-rebellische Rudelbildung ist der zehnte Langspieler der Hamburger im 24. Jahr ihres Bestehens. Darauf setzt es zehn Songs, die in den besten Momenten am eigenen, deutsch-punkigen Ursprung kratzen (treffliche Beispiele: das Titelstück sowie „An – Aus“), neben gelungenen Variationen des angestammten Soundspektrums („Kain Richtung Heimat“, „Nachtzug nach Paris“) aber auch nicht durchweg gelungene klangliche Experimente („Maschine“) oder am anvisierten Ironie-Ziel vorbeischießende Belanglosigkeiten („Partytrick“) auffährt. Dass RANTANPLAN inspiratorisch weite Kreise ziehen, veranschaulicht auch das an SEEED erinnernde „Rudegirl From Outta Space“.     

Doch selbst wenn instrumental launig ans Tanzbein appelliert wird und die Texte manch gelungenen Seitenhieb auf gesellschaftliche Problemfelder bereithalten, will der Funke nicht vollends überspringen. Da helfen auch muntere Sangesgastspiele u. a. von den Gebrüdern Knollmann (DONOTS) oder ZSK-Frontmann Joschi wenig. So ist „Stay Rudel – Stay Rebel“ eine grundsolide Angelegenheit mit amtlichem Unterhaltungswert. Nicht mehr, aber auch keinesfalls weniger.

Wertung: (6 / 10)

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