Rabbits (USA 1972)

rabbitsEin Kuriosum des Tier-Horrorfilms ist „Rabbits“. Denn wer würde schon ernsthafte Gefahr für Leib und Leben vermuten, wenn Meister Lampe und seine Artgenossen durch Wald und Flur hoppeln? Das sah wohl auch Autor Russell Braddon so, als er 1967 den satirischen Roman „The Year of the Angry Rabbit“ verfasste. Fünf Jahre später gereifte dieser zu filmischen Ehren – unter beinahe völlig veränderten Vorzeichen. Das unfassbar krause Cover der deutschen Version proklamierte seinerzeit vollmundig: „Hier lernt auch der Stärkste das Gruseln.“ Eine wahrhaft menschliche Irrung.

Unter der Regie von TV-Routinier William F. Claxton („Bonanza“) konnte das Publikum noch in der Vorzeit des Genre-definierenden „Weißen Hais“ an den Verfehlungen des Menschen teilhaben. Wissenschaftlicher Frevel, der einem Anspruch göttlicher Allmacht gleichkommende Eingriff in die Natur, beschwört bereits hier die Vorboten der Apokalypse. Ursache ist eine Kaninchenplage im Südwesten der USA, die Landwirtschaft und Viehzucht gleichermaßen bedroht. Weil die Jagd versagt und Gift nicht infrage kommt, sucht Grundbesitzer Hillman (Rory Calhoun, „Fluss ohne Wiederkehr“) Rat bei Genetiker Roy Bennett (Stuart Whitman, „Der längste Tag“) und dessen Gattin Gerry (Janet Leigh, „Psycho“).

Die nehmen sich der Problematik an und züchten kurzerhand impotente Rammler, unter die sich, Bennetts minderjähriger Tochter sei Dank, aber auch ein mit Wachstumshormonen behandeltes Exemplar mischt. Und während die Forscher noch rätseln, warum das Experiment nicht aufgeht, rottet sich eine Horde riesenhafter Mümmelmänner zusammen, die es bald auf die Bewohner des Landstrichs abgesehen haben. Hillman, Kollege Clark („Star Trek“-Doc DeForest Kelley), die Eheleute Bennett und Sheriff Cody (Paul Fix, „El Dorado“) organisieren die verzweifelte Gegenwehr.

Der Irrglaube, vergrößert ins Bild kopierte oder über Miniatursets huschende Hasen könnten andere Stimmungsbilder als Amüsement oder Fremdscham hervorrufen, stempeln das groteske Szenario zum Kult-Trash. Zum Amüsement trägt nicht nur die bierernste Inszenierung bei, sondern auch die tranigen Darsteller und der bisweilen furchtbar unpassende Score. Ohne jeden Anflug von Spannung hoppelt der Schrecken durch die Nacht und versucht mit blutig bekleckerten Hasenscharten Stimmung zu machen. Das klappt auch wunderbar – nur eben nicht wie von den Machern ursprünglich angestrebt. Wenn man es nicht gesehen hat, will man es kaum glauben. Darum unbedingt ansehen!

Wertung: (5 / 10)

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