Der Fluss der Mörderkrokodile (I 1979)

fluss-der-moerderkrokodileNicht nur alt, sondern auch abgedroschen, dass ist Sergio Martinos „Fluss der Mörderkrokodile“. Sein ereignisloser Beitrag zur abflauenden Tier-Horror-Welle firmiert auch unter dem Titel „Die heilige Bestie der Kumas“, steht hüben wie drüben aber für Italo-Schund vom Fließband. In dem errichtet der feiste Unternehmer Mel Ferrer („Krieg und Frieden“) ein Urlaubsressort auf einer afrikanischen Flussinsel, was das gern auf die Pauke, äh Trommel hauende Naturvolk vergrätzt und nach dem strengen Gott im Wasserlauf verlangt.

Bevor sich die zeremoniell beschworene Gottheit in Gestalt eines Riesenkrokodils durch die Touristenströme mampft, ist es an Fotograf Claudio Cassinelli, die Ferienanlage pressewirksam abzulichten. Dabei behilflich ist des Bauherren Angestellte Barbara Bach, Ex-Bond-Girl und Ringo Starr-Liebchen, die dem Kollegen Cassinelli im gleichen Jahr auch durch den „Dr. Moreau“-Nachbau „Die Insel der neuen Monster“ folgte. Hier erfreuen sie sich an der Naturkulisse und einander, mehr zu tun gibt es in den ersten zwei Dritteln sowieso nicht.

Die Story dieses tranigen Langweilers mit Reißzähnen lieferte Luigi Montefiori („Keoma“), der unter dem Darsteller-Pseudonym George Eastman („Man-Eater“) weitreichende Bekanntheit erlangte. Auf seiner Grundlage entfaltet sich pure Ereignislosigkeit, überschattet durch obligate Aufnahmen aus Reptilienperspektive und Touristen-Klischees auf Landgang. Martinos („Mannaja – Das Beil des Todes“) schmerzlichstes Versäumnis aber ist die Abstinenz jeglicher Atmosphäre, die über zwischenzeitlich eingestreute Fressattacken zumindest ein Auge des Zuschauers auf Bereitschaft halten würde.

Dafür kann sich die geneigte Geschmacksverirrung an tolldreisten Dialogen erfreuen, beispielsweise, wenn Cassinelli nach dem Fund eines ramponierten Kanus eine Frage an das kühne Personal richtet: „Kann das ein Krokodil gewesen sein?“ Die adäquate Erwiderung: „Nein, nicht mal ein Riesenkrokodil könnte das schaffen. Soviel Kraft hat nur der große Flussgott. Aber den gibt es nicht.“ Die bemalten Wilden sind da anderer Ansicht und mit ihnen das Krokodil selbst, der starren Erscheinung wegen nur im Halbdunkel abgebildet. So gibt es am Ende doch noch Panik, Blut und das Gummimodell im Aquarium. Für finale Pluspunkte ist es da aber längst zu spät.

Wertung: (3 / 10)

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