Prey (USA/ZA 2007)

prey-wellerDas (scheinbar) grundlose Aufbegehren der Tierwelt ist ein Kind der Siebziger. Es war das Jahrzehnt, in dem der junge Steven Spielberg die Lawine mit einem Killerhai ins Rollen brachte. Zuvor gab es die Mutationen, als Reflexion der Angst vor einem Atomkrieg in Gestalt übergroßer Monstren auf die Menschheit entlassen. Später kam das Grauen unvermittelter, unveränderter und unberechenbarer. Die Fauna musste sich nicht mehr genetisch verändern, um ihrem Hass auf die skrupellos den Planeten ausbeutenden Zweibeiner nachzukommen.

Neben billig heruntergekurbelten Nachzüglern gibt es gegenwärtig nur noch selten Beiträge im Geiste der Hochzeit des (Sub-)Genres. Darell Roodts („Platoon Warrior“) schnörkellos den Klassikern nacheifernder Löwen-Terror „Prey“ ist da eine willkommene Ausnahme. Nach den Regeln des Horrorfilms erzählt er ein Familien-Drama, wenn Bridget Moynahan („I, Robot“) mit den beiden Kindern ihres Gatten Peter Weller („RoboCop“) in der südafrikanischen Steppe festsitzt. Der ist als Ingenieur für ein Bauprojekt im Lande und ergriff die Gelegenheit, die Sprösslinge aus erster Ehe mit der neuen Gemahlin vertraut zu machen.

Als zickiger Teenager-Tochter ist Carly Schroeder („Firewall“) aber gar nicht an der Nähe der Ersatzmutter gelegen. Eine Safari soll das Eis zum Schmelzen bringen. Doch als der Führer den Geländewagen in die Wildnis steuert, fällt er während einer Rast hungrigen Löwen anheim. So sitzt die Stiefmutter mit den Kindern im Auto fest. Die Schlüssel trägt der Tote bei sich. Also heißt es warten. Das Grauen auf vier Pranken aber ist mit einem Mahl nicht zufrieden. Aus der Hoffnung auf Rettung wird ein nervenzerrendes Geduldsspiel, schließlich bleiben die Raubtiere im hohen Gras praktisch unsichtbar.

Der Spannung zuträglich ist die Verwendung echter Tiere. Dem Computer entstammt lediglich das zum Teil üppig verspritzte Blut der Opfer. Um neben den Eingeschlossenen weiteres Futter ins Spiel zu bringen, mischen neben Wilderern auch der besorgte Weller und Großwildjäger Jamie Bartlett („Red Dust“) mit. Das Tempo bleibt bis zum zwar spannenden, obgleich recht überzogenen Finale verhalten. Auch schauspielerisch bewegt sich nicht allzu viel. Dass „Prey“ dennoch über dem Durchschnitt rangiert, liegt an der soliden Grundstimmung und dosierten Schockeffekten. Zwischen „Gefangene der Bestien“ und „Cujo“ also nichts neues, dafür aber immerhin packendes im tierischen Horror.

Wertung: (6 / 10)

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