Lake Placid: Legacy (USA 2018)

Für eine Filmreihe ohne nennenswertes Qualitätsniveau erweist sich „Lake Placid“ als äußerst hartnäckig. Nach dem heiter belanglosen Kinoerstling (1999) trieben die Killerkrokodile im Direct-to-DVD-Segment ihr Unwesen. Nachdem Teil vier 2012 bereits „The Final Chapter“ einläutete, folgte drei Jahre später der Schulterschluss mit dem vergleichbar schwachen „Anaconda“-Franchise. Als mittlerweile sechster Part schlägt „Legacy“ einen anderen Weg ein und spendiert der Serie einen späten Ursprung. Gebraucht hätte es diesen – wie auch die übrigen Sequels – nicht. Vor allem, da das Skript über weite Strecken den Eindruck erweckt, als wäre ihm der „Lake Placid“-Kontext zwecks breiterer Publikumsansprache nachträglich übergestülpt worden. 

Aufmerksamkeit verdient der von Darrell Roodt („Prey“) gefertigte Schnellschuss mitnichten, wenn sich Öko-Aktivisten daran machen, das schändliche Treiben eines Großkonzerns aufzudecken. Dabei lässt sich Taktgeber Sam (Tim Rozon, „Wynonna Earp“) auf einen Wettstreit mit dem Rivalen Dane (Maxim Baldry, „Hollyoaks“) ein, der demjenigen eine beträchtliche Geldsumme verheißt, der das Geheimnis eines abgelegenen See-Areals zuerst ergründet. So begibt sich Sam mit Freundin Jade (Katherine Barrell, „Workin‘ Moms“), deren als Journalistin tätiger Schwester Alice (Sai Bennett, „Mr. Selfridge“) und anderen offenkundig zur Vertilgung freigegebenen Kollaborateuren ins verlassene, von der Außenwelt abgeschottete Zielgebiet. Vor Ort müssen die Umweltschützer allerdings rasch erkennen, dass die hehre Mission erhöhtes Gefahrpotential birgt.

Nachdem sie auf die Überreste von Danes Camp (und Gefolge) gestoßen sind, wird die Gruppe versprengt. Während sich Sam, Jade und Alice daran machen, einen alten Forschungskomplex zu erkunden, dezimiert ein groß gewachsenes Killerkrokodil die übrigen Beteiligten. Dass das wenig ansehnlich am Rechner gefertigte Reptil immer nur dann Präsenz beweist, wenn es gilt, den schwachen Figurenfundus auszudünnen, zeugt nicht gerade von gesteigerter Raffinesse. Noch schwerer wiegt allerdings der schnarchige Erzählrhythmus. Roodt vergeudet zu viel Zeit, um den handwarmen Plot auf Kurs zu bringen und liefert auch mit Auftauchen des mit prähistorischer DNS gepimpten Kroko-Monsters kaum Argumente, die Augen über die volle Distanz offen zu halten.

Im Wissenschafts-Bunker findet sich schließlich auch Dane, der den Konzernschergen Henderson (angepasst lustlos: Joe Pantoliano, „Matrix“) als Geisel hält. Der liefert Antworten, die nachhaltig eine Brücke zum Seegebiet der übrigen „Lake Placid“-Teile schlägt. Gewinnbringend ist das kaum. In Hälfte zwei kann der Streifen zwar vereinzelt knackige Fressattacken verbuchen, dem Muff verzichtbarer Videoproduktionen entrinnt „Legacy“ aber in keiner Sekunde. Auch das Finale, bei dem Henderson eigennützige Pläne vorantreibt, bei denen der Fortbestand von Sam & Co. keine Rolle spielt, ist kaum der Rede wert. So bleibt als einzige Erkenntnis, dass es ohne Tempo und Ideen äußerst schwer erscheint, grundlegenden Unterhaltungswert zu generieren. Als Daseinsberechtigung für ein Filmwerk ist das denkbar wenig.

Wertung: (3 / 10)

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