Shark Night 3D (USA 2011)

sharknight3dAlle Jahre wieder schafft es ein Horrorfilm mit animalischer Beteiligung auf die große Leinwand. Nach dem finanziellen Erfolg des freizügigen Splatter-Spaßes „Piranha 3D“ sind die Chancen für Trittbrettfahrer deutlich gestiegen. Als erster versucht sich „Snakes on a Plane“-Regisseur David R. Ellis an einer neuerlichen Rückkehr etwaiger Killerfische und mixt in „Shark Night 3D“ Motive von Tier- und Backwood-Terror. Anstatt aber dem trashigen und bewusst auf exploitative Schauwerte reduzierten Tenor von Alexandre Ajas derbem Erwachsenen-Ulk zu folgen, nimmt Ellis seinen Film viel zu ernst. Ein schwerer Fehler.

Bereits die Einführung der Figuren verspielt die Chance ironischer Klischeeverdrehung. Die sieben College-Freunde um den schüchternen Medizinstudenten Nick (Dustin Milligan, „The Messengers“) und dessen heimliche Flamme Sara (Sara Paxton, „Last House on the Left“) entsprechen lediglich üblichen Blaupausen und werden zudem durch persönliche Problemchen mit dramaturgischem Ballast beschwert. Denn die Story ist schlicht schwachsinnig und wird durch die seriösen erzählerischen Bestrebungen purer Lächerlichkeit preisgegeben. Dazu dauert es viel zu lange, bis der Film seiner Prämisse überhaupt versucht gerecht zu werden. Die Geduld des Zuschauers wird damit deutlich strapaziert.

Gemeinsam bricht die Gruppe gut gebauter Stereotypen zu einem Wochenendtrip voller Sonne, Strand und Ausschweifung auf. Ziel ist das Ferienhaus von Saras Eltern, gelegen auf einer Insel im Golf von Louisiana. Auf dem Weg dorthin begegnen sie Saras einheimischem Ex-Freund Dennis (Chris Carmack, „Butterfly Effect 3“) und seinen klischeeversetzten Redneck-Kumpanen. Spätestens mit deren Auftreten und der Ergänzung durch Lokal-Sheriff Sabin (Donal Logue, „Max Payne“) hätte Ellis, der auch zwei der bislang vier „Final Destination“-Sequels drehte, den B-Charme für sich nutzen sollen. Aber er begnügt sich lieber mit dem unterhaltungsarmen Augenmerk auf die blasse Studentenclique.

Deren Vorstellung von Ausschweifung wird recht bieder präsentiert und findet erst ein jähes Ende, als Football-Star Malik (Sinqua Walls) nach einem Wassersturz einen Arm vermissen lässt. Schnell wird klar, dass Haie im Salzwasserreservoir ihr Unwesen treiben. Und im Gegensatz zu den Protagonisten ist dem Betrachter eine Beteiligung Dennis’ frühzeitig gewiss. Die Haare raufen darf man sich aber über das Motiv: Zwecks persönlicher Bereicherung gedenken er und Komplizen den forcierten Todeskampf der Urlauber im Wasser mit der Videokamera festzuhalten. Woher die schmutzigen Provinz-Unholde die verschiedenen Hai-Arten beziehen konnten, bleibt aber wohlweislich ausgespart.

Natürlich muss ein Film wie „Shark Night 3D“ keinen Sinn ergeben. Aber er sollte doch zumindest Kurzweil bieten. Abgesehen von den gelungenen Computereffekten versagt der wenig unterhaltsame Genremix aber weitgehend kläglich. Vor allem, weil die Auftritte der platt auf Menschenfresser gebürsteten Raubfische viel zu sporadisch und zudem ohne echte Ideen verlaufen. Vereinzelt gelungenen Schockmomenten steht der wenig packende Überlebenskampf von Sara und Nick entgegen, deren Wehrhaftigkeit zudem von größtmöglicher Logikfreiheit begünstigt bleibt. So hält der Streifen nicht einmal das simple Versprechen eines geradlinig demonstrativen Hai-Happens. Ernsthafte Konkurrenz brauchen Ajas Killerfische jedenfalls nicht befürchten.

Wertung: (3,5 / 10)

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