NOFX – Ribbed – Live In a Dive (2018, Fat Wreck)

Es ist keine Besonderheit (mehr), dass Bands vor Publikum komplette Alben zum Besten geben. Von vorn bis hinten, mit allem Drum und Dran. Wohl aber, eine solche Show als Mitschnitt für die Nachwelt festzuhalten. Genau das taten NOFX mit ihrem 1991er-Klassiker „Ribbed“, als sie im Dezember 2012 im Mayan Theatre zu Los Angeles auftraten. Warum es satte sechs Jahre dauerte, die Scheibe herauszubringen? Wer weiß. Für Die-Hard-Fans ist die Platte, die der um die Jahrtausendwende gestarteten „Live In a Dive“-Reihe ein willkommenes Comeback beschert, ein kleines Freudenfest. Wenn auch nur für die.

Mit „Ribbed“ manifestierten NOFX den Sound, der sie bis heute maßgeblich prägt. Ihr bestes Album ist es vielleicht nicht. Ganz vorn mit dabei ist der dritte Langspieler der Kult-Punks aber ohne jeden Zweifel. Entsprechend groß ist der Spaßgehalt, die alten Hits, von denen nicht allzu viele noch regelmäßig live geschmettert werden, in Anreicherung mit Club-Atmosphäre zu erleben – und natürlich in vortrefflichem Soundgewand. Zwar betont Fat Mike wiederholt, wie schwer es ist, die alten Gassenhauer zu spielen. Zu spüren ist davon allerdings wenig. Am wenigsten bei „The Moron Brothers“ (oder dem von El Hefe intonierten „Together On the Sand“), das zu jedem zünftigen NOFX-Set zählt und dem Vierer längst in Fleisch und Blut übergegangen ist.

Bei (dezent) komplexen und obendrein pfeilschnellen Nummern wie „Shower Days“ oder „Nowhere“ sieht die Sache ein wenig anders aus. Gerade diese Beiträge – genannt werden dürfen auch „New Boobs“, „Gonoherpasyphilaids“ und „The Malachi Crunch“ – sorgen aber für die größten Aha-Momente. Als kleines Schmankerl übernimmt Cody von TEENAGE BOTTLEROCKET bei „I Don’t Want You Around“ den Platz am Mikro. Statt einfach eine Remastered-Version aufzulegen, sorgen NOFX für eine „Ribbed“-Frischzellenkur der besonderen Art – krude Ansagen und schlechte Witze naturgemäß inklusive. Ob es das zwingend braucht? Sicher nicht. Für ein süffisantes Grinsen sorgt die überfällige „Live In a Dive“-Fortsetzung trotzdem.

Wertung: (7 / 10)

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