NOFX – Ribbed (1991, Epitaph Records)

Mit „Ribbed“ passierten NOFX 1991 die Schwelle zwischen semiprofessioneller Schrabbel-Combo und sich etablierender Punk-Größe. Das dritte, neuerlich von BAD RELIGION-Gitarrist Brett Gurewitz produzierte Album ließ den späteren Klassiker die ungestüm unfertigen Strukturen des Debüts „Liberal Animation“ (1988) überwinden und fährt in Summe 14 Songs auf, deren Strahlkraft bis in die Gegenwart reicht. Entgegen der eher metallischen Ausrichtung des direkten Vorgängers „S&M Airlines“ (1989) geht es in der Hauptsache knackiger, hymnischer und allen voran ideenreicher zu (siehe etwa den im 50’s-Stil angelegten Ausklang von „New Boobs“).

Die grundlegende Härte der Gitarren, die sich u. a. bei „Shower Days“ oder „Nowhere“ herrlich in den Vordergrund spielen, peitscht die punktiert mit Gang-Chören angereicherten Tracks mit ungezügelter Wucht nach vorn. Der Auftakt nach Maß wird mit „Green Corn“ gesetzt, ehe der melodische Evergreen „The Moron Brothers“ die absurde Seite von NOFX untermauert (Textbeispiel: „They may not go down in history, but they’ll go down on your sister.“). Ska-Einflüsse kommen bei „Food, Sex & Ewe“ und „I Don’t Want You Around“ zur Geltung, während das vom letztmals beteiligten Gitarristen Steve Kidwiller gesungene „Together On the Sand“ eine (parodistische) Kurz-Ballade besonderer Güte stellt.

Insgesamt mögen die Kult-Kalifornier um den inbrünstig krakeelenden Fat Mike auf „Ribbed“ nicht die besten – und ausgereiftesten – Songs ihrer bewegten Historie vorlegen. Doch verfügt die Scheibe über ansteckenden Vorwärtsdrall, immense Spielfreude und verbindet obendrein die meisten Elemente, die manches Folgealbum zum absoluten Genre-Highlight reifen ließen. Und mit Nummern wie „Just the Flu“, „Cheese/Where’s My Slice“, „Gonoherpasyphilaids“ oder „The Malachi Crunch“ kann ohnehin nichts anbrennen. In einem Wort: Pflichtprogramm!

Wertung: (7,5 / 10)

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