Night of the Wild – Die Nacht der Bestien (USA 2015)

night-of-the-wildMan wird das Gefühl nicht los, dass sämtliche Darsteller und Regisseure, die früher mal einen (halbwegs) guten Namen hatten, dann aber in der Versenkung verschwanden, irgendwann in Produktionen der Trash-Fabrik The Asylum auftauchen. Nicht, dass es schlimm wäre, immerhin profitieren beide Seiten von dieser Politik. Im Hause Asylum freut man sich über angestaubt klangvolle Zugpferde, während die Riege der fast Vergessenen in Lohn und Brot gehalten wird. Neben Mary Lambert (erst „Friedhof der Kuscheltiere“, dann „Mega Python vs. Gatoroid“) gilt das auch für Eric Red. Der schrieb die Drehbücher zu kleinen Klassikern wie „Hitcher, der Highway-Killer“ (1986), „Near Dark“ (1987) oder „Blue Steel“ (1989) und feierte auch als Regisseur Erfolge – u.a. mit „Body Parts“ (1991) und „Bad Moon“ (1996). Von diesen ist er mit „Night of the Wild“ erwartbar weit entfernt.

Die neuerliche Kooperation von The Asylum mit dem TV-Sender Syfy lässt nach dem Einschlag von Meteoritenteilen in einer ländlichen US-Region des Menschen besten Freund von der Leine. Denn die grell leuchtenden und penetrant häufig ins Bild gerückten Gesteinsbrocken lassen wilde wie zahme Hunde die Zähne fletschen und der Einwohnerschaft unter konstantem Bellen nach dem Leben trachten. Positiv hervorzuheben ist die Verwendung echter Tiere. Unterstützung aus dem Computer erfolgt nur am Rande. Das führt zu vereinzelt gelungenen Szenen, etwa der, in der ein Blinder von seinem vierbeinigen Unterstützer vor ein fahrendes Auto gezogen wird und anschließend, vor den Augen zu Hilfe eilender Passanten, ein Stück aus dem Gesicht gebissen bekommt. Beklemmung macht sich trotzdem nicht breit, dafür ist der wacklig gefilmte Tölen-Terror zu monoton und angesichts des Mangels relevanter Figuren überdies zu spannungsarm abgespult.

In den Mittelpunkt rückt die Familie von Teenagerin Rosalyn (Tristin Mays, „Thunderstruck“), die sich nach einem Streit mit Stiefmutter Sara (Kelly Rutherford, „Gossip Girl“) in die Wälder aufmacht. Dort gerät sie mit zwei Freundinnen in tödliche Gefahr, weiß das Taschenmesser aber behände genug zu schwingen, um angreifende Köter in Blutwurst zu verwandeln. Auf ihrer Flucht versucht sie Vater Dave (Rob Morrow, „Numb3rs“) zu warnen, der sich als Vorarbeiter auf einer Apfelplantage verdingt. Als auch dort das Chaos Einzug hält, versucht er seine Lieben in Sicherheit zu bringen. Mit Anleihen bei „Killerhunde“ (1976) und „Bloodline – Zum Killen dressiert“ (1982) artet der Streifen zum schnörkellosen und konsequent ironiefreien Blutbad aus. Unfreiwillig komisch wird es dennoch, was vor allem an den deutlich erkennbaren Gummikörpern und -extremitäten liegt, die rot beschmiert in der Szenerie verteilt werden. Es gibt sicher schlimmere Beiträge zum Thema. Als Qualitätsmerkmal sollte das trotzdem nicht gewertet werden.

Wertung: (3,5 / 10)

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