MyManMike – I’m Pregnant (2014, DIY)

mymanmike-im-pregnantTreffen sich ein Südkoreaner, ein Franzose und ein Amerikaner. Was beginnt wie ein schlechter Witz, ist in Wahrheit die Gründungsgeschichte von MYMANMIKE. Die fußt auf einer musikalischen Vision, deren gemeinsamer Nenner Lärm ist. Inspirierter Lärm wohlgemerkt, der das in Südkorea ansässige Trio auf eine wilde Basis aus Hardcore und Thrash fußen lässt. DIY-Attitüde inklusive. Die zweite Platte der Jungs trägt den Titel „I’m Pregnant“ und folgt dem Vorgänger „Will You Marry Me?“ auf dramaturgisch kontinuierlichen Pfaden. Dem entsprechend müsste der Nachfolger eigentlich „I Want a Divorce“ heißen. Aber so weit sind wir noch nicht.

Hinter der formschönen Plauze auf dem Cover tost ein Orkan, der sich nicht groß um Anmut oder Perfektion schert. Stattdessen wird aufs Gaspedal getreten und in wohliger Überschaubarkeit (das Gros der 11 Songs kratzt kaum an der Marke von eineinhalb Minuten) Chaos gestiftet. Das mehrstimmige, diesmal nur in englischer Sprache vorgetragene Geschrei (dumpf trifft kreischig) macht wieder Laune, das im Detail melodische, meist aber einfach herrlich ungestüme Geballer animiert zur Zertrümmerung des Interieurs. Wo sich Feingeister mit Grausen abwenden, dürfen Brachial-Befürworter gepflegt im Kreis grinsen. Im Gegensatz zum Erstling kommen auch vermehrt punkige Rhythmen oder Rock ‘n Roll-Näherungen (etwa bei „2-22“, „Vlad’s Bukake Party“ oder „Slow and Low“) zum Vorschein. Und bei Songtiteln wie „Porn Revenge“ oder „2-headed Sharktopus“ kann sowieso nichts schiefgehen. Ein großer Spaß für die rabaukigen Stunden des Lebens!

Wertung: 7 out of 10 stars (7 / 10)

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