Mit stählerner Faust (USA 1990)

mit-staehlerner-faust„Sag deinem schwarzen Arsch auf Wiedersehen.“
„Du dummes Schwein kannst mich am Arsch lecken.“

Ende der 80er und Anfang der 90er erschienen auf Video pro Jahr wenigstens zwei bis drei Actionvehikel von Van Damme, dem es damit eindrucksvoll gelang, innerhalb weniger Jahre auch auf der großen Leinwand Fuß zu fassen und dort sogar beachtliche Zuschauerzahlen (zumindest in Deutschland) ins Kino zu locken. Auch sein 1990 produzierter Knast-Thriller „Mit stählerner Faust“ gehört in diese Kategorie, der jedoch zu den schlechteren Filmen des belgischen Haudraufs zu jener Zeit gehört. Van Damme spielt hier den Polizisten Louis Burke, der in einer spektakulären Aktion den gefährlichen Verbrecher Nayler, genannt „Sandman“ (Patrick Kilpatrick), dingfest machen kann. Nur mit Glück überlebt Burke den Einsatz, wird jedoch schon bald mit einem neuen Auftrag betraut. Er soll Undercover in ein Gefängnis eingeschleust werden, um dort mysteriöse Morde aufzuklären, die mit einer Organ-Mafia in Verbindung gebracht werden.

Als Schwerverbrecher wird Burke in das Gefängnis eingeliefert, welches unter der Herrschaft des Direktors und seinen Mitarbeitern steht. Kontakt nach außen hat er nur über die Anwältin Amanda (Cynthia Gibb), die seine Frau spielt und ihn während der Besuche im Gefängnis mit neuen Informationen versorgt. Tatsächlich gelingt es Burke, inmitten des Abschaums zu überleben. Doch die Tarnung fliegt auf und seine Gegner schleusen den „Sandman“ ein, damit dieser gegen Burke antreten kann. Wie gesagt, „Death Warrant“ (so der Originaltitel) gehört zu den schwächeren Van Dammes, da er relativ arm an Action ist und genau das leidlich vermisst wird, was seine körperbetonten Filme der Vorjahre teilweise ausgemacht hat. Dafür jedoch folgte er erst später dem Ruf des „menschelnden“ Helden, so dass hier noch keine zwanghaften Bemühungen stattfanden, ein ernsthafterer Schauspieler werden zu wollen. Stattdessen gibt es recht düstere, aber stets vor Klischees triefende Bilder und Figuren zu sehen, bei denen noch jeder so offensichtliche Fettnapf von den Machern mitgenommen wurde.

Alles, was irgendwann einmal im Film zu sehen war, wenn es um das Thema Gefängnis ging, wurde auch hier von den Machern dankbar aufgenommen. Korrupte Bullen, rivalisierende Banden, finstere Machenschaften und natürlich auch eine Person, die alles weiß und alles besorgen kann. Zwischen mickrigem und viel zu kurzem Action-Geplänkel darf der Held zudem noch kurz eine Anwältin im Wohnwagen vernaschen bzw. sich verlieben, obwohl der halbe Knast hinter ihm her ist. Logik wird in diesem von Cannon vertriebenen Machwerk mit Füßen getreten, doch braucht es die in solchen Filmen naturgemäß nicht zwingend. Trotzdem hat man Van Damme auch einfach schon spritziger gesehen, hier wirkt einfach alles einen Tick zu billig, angefangen von den Kulissen bis hin zu den Dialogen, die nicht nur einmal ein dezentes Grinsen zur Folge haben.

Die Darsteller… Nun ja, was will man zu Van Damme („Maximum Risk“, „Leon“) noch sagen? Stoisch wie eh und je stampft er durch die dunklen Kulissen, so dass zeitweise wenigstens sein trüber Gesichtsausdruck nicht zu sehen ist. Patrick Kilpatrick („Die Klasse von 1999“) bekommt wie üblich ein paar Minuten, in denen er grimmig wie unfreiwillig komisch schauen darf, allerdings erscheint er in Rollen wie der des „Sandman“ optimal besetzt. Cynthia Gibb („Nummer 5 gibt nicht auf“) hat selbst damals bereits bessere Zeiten gesehen und nimmt hier den Platz der einfach immer in solchen Filmen präsenten Frau ein, ob diese nun nötig ist oder nicht. Unspektakulär und allenfalls solide ist „Mit stählerner Faust“ geraten, dafür aber jedoch besticht der Film durch einige köstliche Szenen und Anekdoten, die ihn dafür schon fast wieder liebenswürdig erscheinen lassen. Haken wir ihn also schnell ab, in die Top 5 der besten Filme des belgischen Fußkreisels schafft es dieser Knast-Thriller aber lange nicht. Fans von Filmen wie Stallones „Lock Up“ oder des noch mal eine Stufe niedriger anzusiedelnden „Hard Attack“ mit David Bradley werden aber solide bedient.

Wertung: (4 / 10)

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