Miranda (Series 1) (GB 2009)

miranda-series-1„The other day I weighed my breasts to see how much they’d cost to post. Too heavy to go second class, if you know what I mean!?” – Miranda

Die große Stärke von britischen Comedy-Formaten (den sogenannten Britcoms) ist, dass man sich an ihnen nicht sattsehen kann. Das liegt insbesondere daran, dass sie ihre Mattscheibenpräsenz nicht überstrapazieren. Eine Staffel umfasst meist sechs Episoden und nach ein oder zwei Fortsetzungsläufen ist in der Regel Schluss. Ausnahmen dieser Quasi-Gesetzmäßigkeit gibt es zwar (etwa „Peep Show“ oder „Benidorm“), doch bilden diese eher die Ausnahme. Teil des Britcom-Kanons ist auch „Miranda“, mit der Hauptdarstellerin und Autorin Miranda Hart („Call the Midwife“) zum Star wurde.

Die 2009 produzierte Auftaktstaffel erlebte nun auch in Deutschland ihre Erstveröffentlichung. Wie eigentlich immer bei britischen TV-Formaten ist die Synchronisation mäßig, so dass ein Teil des Charmes und insbesondere des bösen Wortwitzes verloren geht. Aber glücklicherweise bietet die Doppel-DVD (leider ohne die Extras der UK-Auflage) den englischen Originalton (ohne Untertitel). Die Serie selbst gilt längst als („what I call“) Klassiker und bietet umwerfend komische Szenen aus dem Leben der Mittdreißigerin Miranda (Hart). Die ist nicht nur über 1,80 Meter groß und ein wenig trampelig (Spitzname: Queen Kong), sie lässt mit souveränem Fremdschämpotenzial auch keinen Fettnapf aus.

Miranda Hart liefert als ihr Alter Ego eine urkomische Performance ab und stolpert als Quasi-Running Gag über alles, was gerade im Wege steht. Glück bei den Männern hat sie selbstverständlich keines. Ob es wohl daran liegt, dass sie dazu neigt, haltlos übertriebene Lügengeschichten aufzutischen oder in absurden Flirt-Rückblicken immer das sagt, was ihr gerade in den Sinn steigt? Interesse an ihr zeigt einzig Gary (Tom Ellis), ein alter Freund, der im Café neben ihrem Scherzartikelladen den Küchenchef gibt. Doch so richtig zueinander finden die beiden (natürlich) nicht. Dabei sähe Mirandas aufdringliche Mutter Penny (Patricia Hodge) ihre Tochter doch so gern in festen Händen.

Sei es nun Stevie (Sarah Hadland), die als Ladenmanagerin mit Miranda zusammenarbeitet, oder Garys Kollege Clive (James Holmes), die Nebencharaktere sind kaum mehr als willkommene Stichwortgeber. Die bekommen zweifelsfrei ihre Momente zugesprochen, doch die große Qualität der Reihe hängt einzig an Triebfeder Hart. Wenn sie sich direkt ans Publikum wendet, bei den unpassendsten Gelegenheiten zu Singen beginnt, den vorgetäuschten Thailandurlaub in einem nahen Hotel verbringt oder sich halbnackt durch das verschlossene Tor einer öffentlichen Parkanlage zwängt, die oft peinlichen Abenteuer des gebeutelten Singles sind schlicht brüllend komisch.

Wertung: (8 / 10)

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