Maggers United – Auf die Meisterschaft und Superhits (2013, WMP)

maggersunitedmeisterschaftDie Diskrepanz zwischen Eigen- und Fremdwahrnehmung kann besonders bei Künstlern und anderen Kreativtätigen stattliche Größe annehmen. Nun kann man MAGGERS UNITED, Quasi-Hausband des Fußballerstligisten HSV und Kumpelbasis von Lotto King Karl, nicht zwingend Arroganz zum Vorwurf machen, ungeachtet jeder grundlegenden Selbstironie bleibt der Albumtitel „Auf die Meisterschaft und Superhits“ aber von dezenter Realitätsverzerrung überschattet. Denn von Superhits ist die norddeutsche Rock-Combo so weit entfernt, wie der HSV von der Meisterschaft.

Dies jedoch soll nicht bedeuten, der zum zehnjährigen Bestehen gereichte Jubiläumslangspieler wäre zwingend schlecht – dafür nämlich wird der deutschsprachige Tiefton-Rock einfach zu versiert gereicht. Sieht man von den bisweilen arg schlichten Paarreimen ab, hinterlassen die um alltägliche Belange (Fußball, Liebe, Freizeit) kreisenden Texte einen sympathischen Eindruck. Stimmlich herzlich rau und instrumental mit gefälligem Vorwärtsdrang, bieten MAGGERS UNITED 13 Songs, die von Kicker-Hymne („Keine Schande II“) über Herzschmerzballade („Gib mir die Kraft“), Altherren-Groupie-Fantasie („Ruf mich an, wenn du 18 bist“) oder – neu aufgelegter – Schönwetter-Ode („Endlich wieder Sommer“) bewährte Unterhaltungsmuster bedienen.

Diesen folgt auch die Coverversion von Nick Kamens „I Promised Myself“, der stellvertretend fürs Gesamtwerk das Prädikat nett, aber belanglos angepappt werden kann. Die größten Emotionen rief „Auf die Meisterschaft und Superhits“ denn auch beim DFB hervor, der das ursprüngliche Covermotiv mit Meisterschale per Gerichtsbeschluss verbot. Unterm Strich also eine Platte wie der HSV: Vielversprechende Spielanlage, insgesamt aber eher ein Kandidat fürs Tabellenmittelfeld.

Wertung: (5 / 10)

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