Love Vegas (USA 2008)

love-vegasLas Vegas ist Mythos und Legende gleichermaßen. Unzählige Geschichten ranken sich um die Wüstenstadt, kein Wunder also, dass Hollywood dies seit jeher dankend aufnimmt. Die Komödie „Love Vegas“ nimmt dabei den Weg des geringsten Widerstandes, indem man einfach eine Fast-Food-Heirat als Grundpfeiler für einen mitunter amüsanten, aber auch leidenschaftslosen und vorhersehbaren Film nimmt. Vom Mythos der Stadt bleibt da nicht viel übrig.

Vollgas geben ist meist die beste Medizin. Dies denken sich auch Joy (Cameron Diaz) und Jack (Ashton Kutcher). Während Joy von ihrem Verlobten vor dem gesamten Freundeskreis verlassen wurde, hat Jack mit seiner Entlassung zu kämpfen, welche ausgerechnet auch noch von seinem Vater (Treat Williams) kommt. Beide wollen Spaß haben und machen sich mit Freundin Tipper (Lake Bell) bzw. Freund Hater (Robert Corddry) nach Las Vegas auf, um den Schmerz und die Seelenpein vergessen zu machen.

Dort angekommen, laufen sie sich schnell über den Weg, wurde ihr Zimmer doch doppelt vergeben. Bereits die erste exzessive Nacht hat es in sich, denn am nächsten morgen stellen Jack und Joy fest, dass sie geheiratet haben. Die Scheidung ist für beide eine beschlossene Sache, doch schnell geraten sie in einen handfesten Zwist, was kurzfristig durch den überraschenden Gewinn von 3 Millionen. Dollar unterbrochen wird. Wie aber nun aufteilen? Das Gericht verordnet ihnen zu Hause sechs Monate Zwangsehe, in der beide lernen sollen, was Ehe eigentlich bedeutet. Beide sind jedoch vorerst nur daran interessiert, dem anderen eins auszuwischen, um so in den alleinigen Genuss des Geldes zu kommen.

Das Problem von Komödien mit romantischem Einschlag ist mittlerweile bekannt. Genau dies ist leider auch bei „Love Vegas“ eindeutig festzustellen. Das Skript bietet keinerlei Überraschungen, die Vorhersehbarkeit des Films ist mal wieder beispiellos. Es mag Hollywood einfach nicht gelingen, mal etwas Neues auszuprobieren. Die Abläufe sind stets gleich. Paar lernt sich kennen, warum auch immer hasst man sich plötzlich, verliebt sich aber im Laufe der Zeit, vorläufiges Happy-End mit dramatischem Absturz, bis sich doch alle wieder lieb haben. „Love Vegas“ hat alles davon, vor allem in der harmlosen Variante.

Sowohl Ashton Kutcher („Butterfly Effect“) als auch Cameron Diaz („3 Engel für Charlie“) haben ausreichend komödiantische Erfahrung, wobei es aber vor allem Diaz ist, die sich hier lediglich wiederholt. Die Mimiken sind mittlerweile abgenutzt, Tanz- oder Singeinlagen hauen einen in der x-ten Variante ebenfalls nicht mehr vom Hocker. Dass sie den überdrehten Sympathikus locker spielen kann, ist unstrittig, aber etwas besonderes ist dies nicht mehr. Kutcher dagegen wirkt wie der nette Typ von nebenan. Zerstreut, planlos, ohne Ziele. Lustig ist auch er mitunter, allerdings nicht unbedingt in der Pinkelszene. Da hat Michael Douglas mit seiner Einlage in „Der Rosenkrieg“ eindeutig die Nase vorn. Alles wirkt zu gewöhnlich, auch die Besetzung der Nebenrollen, wobei Lake Bell („Boston Legal“) und Robert Corddry („Die Eisprinzen“) durchaus ihre Momente haben.

Unterm Strich ist der Film mehr eine Komödie, denn romantische Elemente sind rar. Wer sich an der x-ten Umsetzung eines solchen Themas nicht stört und sich mit ein paar Lachern zufrieden gibt, der ist hier sicherlich bestens aufgehoben. Im letzten Drittel wird es dann etwas ernster, wenn die beiden Chaoten doch noch irgendwie zueinander finden. Vor allem das kommt einem aber irgendwie sehr bekannt vor…

Wertung: (5 / 10)

scroll to top