Kiss & Kill (USA 2010)

kiss-&-killDrum prüfe wer sich ewig bindet… Nicht zwingend, ob sich denn noch Besseres findet, sondern ob der Partner nicht vielleicht ein paar Leichen zu viele im Keller hat. Jen Kornfeldt (Katherine Heigl, „Beim ersten Mal“) jedenfalls staunt nicht schlecht, als ihr Vorgartenidyll von einem Killerkommando in Fetzen geschossen wird. Das Ziel ist Göttergatte Spencer (Ashton Kutcher, „Love Vegas“), vormals Super-Spion des US-Geheimdienstes, der die Lizenz zum Töten vor der Einfahrt in den Hafen der Ehe kurzerhand an den Nagel hing. Doch nun, am Tag nach seinem 30. Geburtstag, will ihn jemand unbedingt aus dem Weg räumen.

„Kiss & Kill“ ist eine jener Hollywood-Sommerkomödien, die sich als Selbstläufer begreifen. Für die Jungs gibt’s Action, für die Mädels Romantik, Humor ist für alle da und die Darsteller sowieso Grund genug ins Kino zu stürmen. Oder etwa nicht? Die US-Kritikergemeinde ging hart mit dem von Kutcher produzierten Schwank ins Gericht, der das Einspiel seiner Produktionskosten (immerhin stolze 75 Millionen Dollar) deutlich verfehlte. Und selbst wenn der Streifen nicht so vollends misslungen ist, wie es die amerikanische Presse hinstellen wollte, die Selbstgefälligkeit, mit der dieser nicht eben originelle Stoff abgespult wird, trübt den Spaß doch bisweilen gewaltig.

Das anfängliche Kennenlernen in Nizza weckt durchaus Hoffnungen. Jen versucht über das Scheitern der letzten Beziehung hinwegzukommen und verreist mit den Eltern (Catherine O’Hara und „Magnum“ Tom Sellek). Beau Spencer, natürlich in geheimer Mission unterwegs und gewillt, den Dienst fürs Vaterland zu quittieren, ist von ihrer tollpatschigen Natürlichkeit angetan. Die Hauptdarsteller harmonieren, ein paar Lacher funktionieren. Danach wird geheiratet, das Vororthäuschen bezogen und die familiäre Eintracht geprobt. Bis, der Kreis schließt sich, ein Kollege versucht, Spencer in den eigenen vier Wänden zu töten.

Mit der entsetzten Jen flüchtet er, stellt Nachforschungen an, räumt Killer aus dem Weg. Kutcher und Heigl spielen sich die Bälle des Bilderbuchpaares in der Zerreißprobe souverän zu, ohne je der Vorhersehbarkeit zu trotzen. Vor allem die Auflösung der Hintergründe präsentiert sich derart ideenlos und hysterisch, dass die Frage erlaubt sein muss, ob das Budget nicht auch noch für einen Skriptdoktoren gereicht hätte. So aber bleibt es bei müden Scherzen über Mutter Kornfeldts Trunksucht und halbgaren Seitenhieben aufs Gartenzaun-Spießertum. All das (und noch einiges mehr) bot bereits das frühe Mark Wahlberg-Vehikel „The Big Hit“. Statt „Kiss & Kill“ kann man sich auch einfach den zu Gemüte führen.

Wertung: 5 out of 10 stars (5 / 10)

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