Freundschaft Plus (USA 2011)

freundschaft-plusIm Komödien-Klassiker „Harry und Sally“ wurde einst die Weisheit etabliert, dass Männer und Frauen keine Freunde sein können, weil der Sex stets zwischen ihnen steht. Aber was, wenn es um nichts anderes als die körperliche Zuwendung geht? Auf eine solch physisch platonische Beziehung lassen sich Natalie Portman („Black Swan“) und Ashton Kutcher („Love Vegas“) in der romantischen Humoreske „Freundschaft Plus“ ein. Während sich Kutchers TV-Assistent Adam aber bald nach mehr sehnt, braucht Portmans angehende Ärztin Emma deutlich länger, um sich ihrer wahren Gefühle gewahr zu werden.

Der Plot von Ivan Reitmans („Die Super-Ex“) starbesetzter Banalität ist damit nicht nur ausreichend, sondern bereits in all seiner Tiefe beschrieben. Wäre es nicht um das kurzweilig und charmant interagierende Duo Portman/Kutcher, das akut überraschungslose Skript müsste wohl als Mittel gegen Schlafstörungen in die Hausapotheke verbannt werden. So aber reicht es für einen amüsanten (Pärchen-)Filmabend mit zahmem Humor und einer Prise jugendfreier Frivolität. Weil es dem Geplänkel von Adam und Emma aber nur allzu offenkundig an Gewicht fehlt, um die Geschichte auf Spielfilmlänge zu blähen, wird eine ganze Schar klischeehafter Nebencharaktere (natürlich inklusive schwulem Mitbewohner!) aus dem Hut gezogen.

An deren Spitze steht Kevin Kline („Ein Fisch namens Wanda“) als ehemaliger Fernsehstar und Adams Vater. Dass der mit der Ex-Freundin des Sohnes anbandelt, sorgt für zusätzliche Gefühlswirrungen und situative Komik. Allerdings wirkt Klines Rolle in diesem ohnehin bewusst realitätsfernen Szenario arg aufgesetzt und zudem profillos geschrieben. Aber wirklich böse sein kann man den Machern für dies harm- wie belanglose Liebesmärchen wohl kaum. Denn die sympathischen Hauptdarsteller überspielen das Nichts an Story souverän und steuern mit manch treffsicherem Gag auf das absehbare Happy End zu. Mehr als das durfte wohl auch kaum erwartet werden.

Wertung: 5 out of 10 stars (5 / 10)

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