Lock & Key – Peaceless (2016, Crooked Noise Records)

lock-and-key-peacelessMit einem Albumtitel wie „Peaceless“ trifft man gegenwärtig den Kern des Weltgeschehens. In allen Teilen des Erdenrunds regieren Konflikte, Repression und Terror. Schwer fällt es da wahrlich nicht, übellaunig einen meterdicken Hals mit sich herumzuschleppen. Aus ihrer Aggression machen LOCK & KEY keinen Hehl und verleihen ihm über 11 gnadenlos vorwärtsgetriebene Tracks zwischen Hardcore und Metal Ausdruck. Auf dem Papier/Bildschirm also alles unerbittlich, alles bekannt. Doch selbst wenn sich ein leises Gähnen zunächst nur schwerlich unterdrücken lässt, mit standardisiertem Metal-Core haben die Briten erfreulich wenig zu tun.

Anstatt der Übersättigung des Genres eine weitere Platte zu spendieren, berufen sich LOCK & KEY auf die Wurzeln des Hardcore. Melodische Einflüsse und metallische Gitarren mehren Variabilität und Abwechslung, ohne den Blick für die übergeordnet entfesselte Brachialität zu trüben. An der Schnittstelle von TERROR und HATEBREED entfachen die Jungs einen Flächenbrand, der genug Eigenständigkeit mit sich bringt, um aus der Masse ähnlich gestrickter Bands herauszuragen. Zwischen stampfender Mid-Tempo-Kelle und rasantem Vorschub finden sie immer wieder Raum für gefällige Momente oder packende Gangshouts, etwa bei „The Legacy“, „No Justice“ oder dem hitverdächtigen „Unclear State of Mind“. „Peaceless“ ist eine überraschend ausgewogene Aggro-Dampframme, die mit der erhöhten Gewichtung des Hardcore-Anteils alles richtig macht. Im Pit jedenfalls dürfte es kein Halten mehr geben.

Wertung: (7 / 10)

scroll to top