Legion (USA 2009)

legion-2009God is coming. And he’s pissed.

Sprüche wie diesen kennt man in Amerika von Bumper Stickers, Autoaufklebern mit mehr oder minder lustiger Message. Einen tieferen Sinn verfolgen sie meist nicht, forcieren aber häufig die Frage: Wozu das Ganze? Die stellt sich auch bei „Legion“, einem Fantasy-Horrorfilm, der jenen einleitenden Spruch zum Ausgangspunkt seiner kruden Geschichte macht. Die schrieb Regisseur Scott Stewart, hauptberuflich Effektdesigner, gemeinsam mit Peter Schink, der sich sonst als Cutter verdingt. Ihren angestammten Professionen sollten die beiden besser nicht den Rücken kehren.

Um es kurz zu machen, der Film ist eine Frechheit! Das Drehbuch klaut sich bei „Terminator“ und „God’s Army“ eine apokalyptische Szenerie zusammen, die Gott, nachdem er die Geduld mit den Menschen verloren hat, zur Vernichtung der Schöpfung blasen lässt. Als Exekutive fungieren die Erzengel, aus deren Reihen sich Michael (Paul Bettany, „The Da Vinci Code“) abgesetzt hat, um die Katastrophe zu verhindern. In einem abgelegenen Wüsten-Diner versucht er die schwangere Kellnerin Charlie (Adrianne Palicki) zu beschützen, in deren Leib der Erlöser wächst.

Von schnelllebigen B-Movies erwartet man keine Logik und eigentlich auch keine Klasse. Es genügt moderat ansprechende Berieselung, die die Zeit vertreibt ohne sauer aufzustoßen. Doch gerade das gelingt „Legion“ zu keiner Zeit. Stewart nimmt die Story viel zu ernst und jongliert, anstatt sich auf Action und Schauwerte zu konzentrieren, mit Heilsbringer-Mystik und dramaturgisch unsäglicher Schicksalsverkettung. Die scheitert bereits an den ultraflachen Pauschalfiguren, für deren Ausgestaltung Mimen wie Dennis Quaid („G.I. Joe“) und Charles S. Dutton („Mimic“) verheizt werden. Vor allem Quaid liefert mit sorgfältig auf Pennerlook frisiertem Haarteil eine der schlechtesten Leistungen seiner Karriere ab.

Er spielt Bob Hanson, den Eigner jener Raststätte, in dem der verzweifelte Kampf um den Fortbestand der Menschheit entbrennt. Dass die es wert ist gerettet zu werden, zeigt sich schon am selbstlosen Jeep (Lucas Black, „Jarhead“), Bobs nicht nur namentlich dullem Sohn, der sich gemeinsam mit Michael dem Himmelsscharfrichter Gabriel (Kevin Durand, „Lost“) entgegenstellt. Ein paar atmosphärisch düsteren Bildern stehen Klischees und wenig berauschende Actionszenen entgegen. Für den Horroranteil sorgt unter anderem eine an der Zimmerdecke krabbelnde Oma mit Haifischzähnen. Das sollte bereits alles sagen.

Wertung: (3,5 / 10)

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