Banana Joe (I/D 1982)

bananajoe„Wer beim Duschen den Hut absetzt, riskiert ´ne Grippe.“ – Weise in allen Lebenslagen: Joe

Hätte K., der Protagonist aus Kafkas Romanfragment „Das Schloss“, ebenso viel Dampf in den Fäusten gehabt wie Banana Joe, das undurchdringliche bürokratische Dickicht hätte sich buchstäblich auf einen Schlag gelöst. In (hypothetischer) Anlehnung an die literarische Figur droht auch Joe, der naive und doch herzensgute Hüne aus dem Urwald zwischen den Mühlen der Amtsstuben zermürbt zu werden. Im kleinen Heimatdorf des Bananenhändlers kennt man kein Geld und auch keine Industrie. Die Ernte wird in der nächstgelegenen Hafenstadt schlicht gegen Waren eingetauscht.

Dafür, so eröffnet man Joe eines Tages, braucht es Gewerbeschein und Verkaufslizenz. Für deren Ausstellung müssen Geburtsurkunde (oder auch „Taufpappe“) und Personalausweis vorgelegt werden, was Banana Joe, der weder Eltern noch Geburtstag kennt, selbstredend nicht leisten kann. Der Probleme nicht genug, plant Lokalschurke („Der sieht aus wie das Lichtdouble von Lee van Cleef“) Torsillo (Gianfranco Barra, „Kommt pudelnackt, das Erbe lacht“) sich das Dorf des schlagkräftigen Riesen einzuverleiben und Bananen mit essbarer Schale zu züchten. Klar, dass sich Joe so was nicht bieten lässt.

Scherge: „Jetzt gibt´s Ramba Zamba!“
Joe: „Ramba Zamba? Schmeckt das?“

„Graziös wie ein Stahlwerk“ pflügt der gewohnt urige Bud Spencer („Buddy fängt nur große Fische“), hier mal wieder ohne Erfolgspartner Terence Hill, durch die südamerikanische Pampa und lehrt seine Widersacher (und diverse Amtsstubendiktatoren, Geistliche und Militärausbilder) zum schön schrecklichen Titelsong der de Angelis-Brüder („Sie nannten ihn Mücke“) das Fürchten. Dabei profitiert der harmlose Klamauk besonders von der einmal mehr Schenkelklopfer am Fließband („Jetzt hör mir mal laut und aufmerksam zu du Käse-Jogi“) produzierenden deutschen Synchronfassung, für die die Rabauken um Rainer Brandt ganz tief in die Kalauerkiste griffen.

Neben Torsillo und seinen Mannen (u.a. Nello Pazzafini, „Vier Fäuste gegen Rio“) kreuzen auch Nachtclubsängerin Dorianne (Marina Langner) und Kleingauner Manuel (Mario Scarpetta) wiederholt die Wege Joes. Bis er seine Identität nachweisen kann verdingt er sich als Rausschmeißer und leistet zwecks behördlicher Erfassung den Wehrdienst ab. Die von „Plattfuß“-Regisseur Steno, eigentlich Stefano Vanzina, ohne Längen abgespulte Klamotte, bei der Spencer die Fäuste nur vereinzelt zum Einsatz bringen darf, macht einfach Laune. Lust auf infantilen Humor und blöde Sprüche natürlich zwingend vorausgesetzt!

Wertung: (6 / 10)

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